Was hat den Musikverein Wartenfels vor dem Aus bewahrt? Wer trainiert beim TSV Presseck mit einem Roboter? Und wieviel lassen sich die Pressecker Schützen ihre High-Tech-Schießanlage kosten? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es bei der ersten Folge der neuen Reihe "Rundschau bei uns" im Pressecker Sportheim.
BR-Redaktionsleiter Alexander Müller findet in Presseck auskunftsfreudige Gesprächspartner. So wie etwa Anja Oostermann, Natascha Grass und Regina Heinz von den "Crazy Dancers" des TSV Presseck. Schon ab dem vierten Lebensjahr kann man beim Mini-Ableger der Tanztruppe Mitglied werden. "Dabei bleiben kann man solange, wie man kann", sagt Anja Oostermann. Zwei Mal pro Woche treffen sich die Tänzerinnen im Sportheim zur Probe, um dann bei Anlässen der verschiedensten Art aufzutreten.



Ein bisschen anders gelagert ist da der Fall bei den Gymnastikdamen des ATS Wartenfels, wie Monika Geyer erläutert.
Die Damen treffen sich seit 1980 und trainieren seit 25 Jahren auch regelmäßig Tänze ein - allerdings ausnehmlich für den Fasching. Wie in Presseck sind in Wartenfels neue Interessenten herzlich willkommen.

Frischer Wind in Wartenfels
Ganz frischer Wind bläst inzwischen beim Musikverein Wartenfels, wie Vorsitzender Dominik Schmidt verrät. Dass der Verein mit nur noch sieben Aktiven 2007 vor dem Aus stand, ist (fast) vergessen. Der nach wie vor kleinste Musikverein im Landkreis hat inzwischen wieder 18 Mitglieder, Schnuppernachmittage für den Nachwuchs und mordernere Stücke brachten die Wende. Nach zwölfjähriger Pause wird es heuer am ersten Juli-Wochenende sogar wieder ein Bergfest in Wartenfels geben.

Kräftig investiert - von über 40 000 Euro ist die Rede - wird derzeit bei der Privilegierten Schützengesellschaft Presseck. Nach 21 Jahren bauen die Schützen erstmals wieder um. Ergebnis sind zwölf High-Tech-Schießstände, die zu den modernsten in ganz Oberfranken zählen werden. Eine Spielerei ist die von Computern unterstützte Anlage aber keinesfalls. Höherklassige Meisterschaften - und da sind die Pressecker fast regelmäßig vertreten - werden grundsätzlich auf derartigen Anlagen ausgetragen. "Und unsere Schützen müssen ja ordentlich trainieren können", sagt Schützenmeister Frank Wunner über die Investitionen, von der rund 30 000 Euro am Verein hängenbleiben. Keine Frage, dass sich Wunner zum Schützenfest an Pfingsten besonders viele Besucher wünscht.

GEMA reißt Finanzlöcher
Und das gilt umso mehr, als die Vereine bei musikalischer Unterhaltung inzwischen von der "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte " - kurz GEMA - zur Kasse gebeten werden. Heftig zur Kasse gebeten werden, wie TSV-Ehrenvorsitzender Gerd Leinfelder und die Wartenfelser ATS-Vorsitzende Birgit Stöcker bestätigen. Im Schnitt über 1000 Euro drücken die Vereine übers Jahr ab. Nur zwei Mal ist es dem TSV gelungen, Zahlungsforderungen abzuwehren. Hausmittel beim ATS gegen die Kosten: "Mehr Veranstaltungen machen."

Viele Besucher - Neueinsteiger oder Rückkehrer - wünschen sich ebenso die Tischtennis-Spieler des TSV Presseck. Die Abteilung, die es seit 15 Jahren gibt, hat schon wahre Glanzzeiten mit Bayerischen Meisterschaften erlebt, zählt derzeit aber nur noch eine aktive Mannschaft. Dabei sieht Abteilungsleiter Dieter Walther in dem Sport viele Vorteile. "Bei uns laufen nicht 22 Spieler einem Ball hinterher", flachst er und verweist auch auf die "Haltbarkeit" der Sportart. So beteiligt sich in dieser Woche eine 93-jährige Deutsche an den Weltmeisterschaften in Neuseeland...