"War schon seit früheren Jahren als ein schönes, massives Wirtshaus erbaut und seit 1809 als Gasthof ernannt. ... Nach der mündlichen Überlieferung war das Anwesen früher einer der Wohnsitze derer von Wildenstein in Presseck.... Am 1. August 1925 brannten das Wohnhaus und die Scheune bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau von Wohnhaus und Scheune erfolgten noch im selbigen Jahr."

Diese Aufzeichnungen von Hans Zapf für die "Hausgeschichte Presseck" werden Eduard Satzinger sicherlich ein Stück weiterhelfen. Denn der 60-Jährige interessiert sich sehr für die Vergangenheit des Anwesens Marktplatz 3. Kein Wunder. Immerhin ist Satzinger neuer Besitzer des Hauses.
"Das Gebäude wird angeblich auch das Schloss von Presseck genannt", weiß er inzwischen.


Der Altersruhesitz

Ein Haus mit Garten und großer Scheune hatte der passionierte Jäger als Altersruhesitz gesucht. Und war eher durch Zufall im Internet auf das Anwesen Marktplatz 3 gestoßen.

Dass auf dem Haus noch ein Wohnrecht für eine ältere Dame ruht, störte Satzinger nicht. "Die bleibt selbstverständlich drin. Mit ihr kann man sich gut unterhalten und erfährt auch etwas über Presseck", erzählt der 60-jährige Beamte, der Mitte dieses Jahres in Ruhestand geht.

Zu diesem Zeitpunkt will Eduard Satzinger, der eigentlich aus Weißenburg stammt und noch vor dem Hauskauf die Jagd in Hohenberg bei Marktleugast gepachtet hat, auch schon nach Presseck umziehen. Dach und Fassade des stattlichen Anwesens sind fast fertig saniert, der Innen-Umbau läuft.

Eduard Satzinger möchte das Haus zunächst allein zu Wohnzwecken nutzen, kann sich aber durchaus eine spätere Vermietung von Ferienwohnungen vorstellen. Außerdem wird er den ehemaligen Stall zum Schlachthaus umfunktionieren, so dass er den Presseckern bald auch Wildbret zum Kauf anbieten kann. Dass er sich mit der Sanierung des Anwesens samt Stall, Scheunen und riesigem Garten an der Ortsdurchfahrt noch jede Menge Arbeit eingehandelt hat, stört den 60-Jährigen nicht.


Der Bremsklotz ist weg

Was auch dem Pressecker Bürgermeister Siegfried Beyer imponiert. Der marode äußerliche Zustand des Hauses, so erklärt er, war bisher der Bremsklotz für gestalterische Maßnahmen am Pressecker Marktplatz. "Mit so einem Schandfleck am Markt hätte das keinen Sinn gemacht."

Jetzt, da alle Anwesen im Bereich zwischen Kirche und Rathaus hergerichtet sind, bekommen die Sanierungspläne neuen Schwung. Zunächst einmal soll die Fabrikstraße auf Vordermann gebracht werden und die Kreisstraße hinunter in den Kreis Kronach im Ortsbereich mit einer neuen Decke versehen werden.

Anschließend sollen auch die Verkehrsflächen direkt am Marktplatz neu geordnet, Gehsteige neu angelegt und mehr Grünflächen geschaffen werden. "Der Pressecker Marktplatz bekommt ein neues Gesicht", kündigt Beyer an. Bis zu 80 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung erwartet sich der Bürgermeister dafür. Schon in diesem Jahr, so Beyer, bekommt das Pressecker Rathaus einen neuen Anstrich. Am Dienstagabend hat der Gemeinderat das Thema besprochen. Ausschlaggebend für die Machbarkeit von Projekten werde aber immer die Haushaltslage der Gemeinde sein, betont er.

Was dann noch auf der Wunschliste für einen ansehnlich gestalteten Ortskern steht, ist die Außensanierung der Dreifaltigkeitskirche - nach der Kindergartensanierung und dem Krippenbau eine weitere Maßnahme, die hauptsächlich die Kirchengemeinde betrifft.