Der Pressecker Schlampenfasching lebt. Als kurz Mitternacht mit schrillen Schreien, insbesondere der jungen weiblichen Besucher, der Saal ein weiteres Mal zum Beben anfing, war klar: Das legendäre TSV-Männerballett hatte seinen Auftritt. Mit den beiden Frontmännern Frank Wunner und Ralf Jungbauer an der Spitze gab es zunächst, der kreischenden Fanszene geschuldet, ein paar Po-Wackler vor dem Publikum. Dann ging es aber rasch auf die Bühne im Sportheim Schützenhaus.

Das Thema war ganz den Bodys der Interpreten angepasst: "Fitness". Wobei schnell klar war: Die einen haben sie, die anderen haben sie nötig. Aber das Tat dem Enthusiasmus der weiblichen Hooligans und Fangemeinde keinen Abbruch. Jedes Posing, ob gewagt und rein dem Thema geschuldet, wurde mit lauten Kreischen quittiert. Als dann sogar noch Hebefiguren präsentiert wurden, war klar: Die Jungs mussten noch einmal eine ausführliche Zugabe machen. Und wie es begonnen hatte, so endete es auch: Ein laszives Wackeln der knackig eingepackten Hinterteile verabschiedete das Publikum in die Faschingsparty bis früh in den Morgen. Am Ende gab es noch Blümchen für die beiden Trainerinnen Lea und Titzia Rothert.

Doch das Männerballett war nicht der einzige Höhepunkt an diesem Abend: Oberschlampe und Organisator Ralf Jungbauer zeigte sich zu Beginn stolz, dass der Verein - obwohl er kein Faschingsverein ist - in der Lage ist, den kompletten Abend mit eigenen Akteuren zu bestücken.

In vieler Hinsicht neu präsentierten sich die TSV-Crazy-Dancers unter der Leitung von Anja Oostermann. Sowohl personell erneuert, als auch vom Stil des Auftrittes: Was die sieben jungen Tänzerinnen boten, war die Geschichte vom Puppenspieler in einer ganz tollen Choreographie. Und nicht nur die Puppen genossen die fast 15-minütige tänzerische Geschichte, auch das Publikum: Am Ende waren die Crazys hin und alle, aber die knapp 200 Besucher im Saal des Schützenhauses wollten mehr, und bekamen mehr. Eine weitere kleine Geschichte der Puppen. Am Ende tobte der Saal.

In großer Formation präsentierten sich die TSV-Gymnastikdamen unter der Leitung Steffi Trautner. Die 16 Damen waren der erste Act des Abends. Nachdem die Gruppe in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert, war das Motto schnell gefunden: "It's Partytime now" - 30 Jahre Tanz beim TSV. Dabei wurden Hits aus diesen 30 Jahren kombiniert. Von Udo Jürgens, über Queen bis hin zu Helene Fischer, das ganze Hitspektrum aus dieser Zeit war beispielartig abgebildet. Mit ihrem fetzigen Tanz erwiesen sich die TSV Damen einmal mehr als Eisbrecher und brachten den Saal zu früher Stunde erstmals in Wallung.

Wer die drei Tanzauftritte noch einmal oder zum ersten Mal sehen will, hat am kommenden Samstag dazu Gelegenheit beim Paulusheim-Fasching der Katholischen Kuratie in Presseck. Die Crazy-Dancers haben am gleichen Abend noch einen Auftritt im Sportheim des SV Maierhof/Sorg, und am 22. Februar treten die Crazys und das Männerballett des TSV beim Sportheimfasching des TSV Enchenreuth auf.gl