Beim 50-jährigen Bestehen, das am Sonntagnachmittag mit einem Festgottesdienst gefeiert wurde, erinnerte sich Gräbner daran, wie ihm die Lanzendorfer damals Mut gemacht hatten: "Des lerna wir Dir scho", sei ihm gesagt worden. Und so wurde Werner Gräbner Chorleiter und zusammen mit Karl Hör und Herbert Jahreis einer der Gründerväter des Posaunenchores.

Und der schrieb fortan eine Erfolgsgeschichte, zu der auch Adolf Hör maßgeblich beigetragen hat, wie Dekan Hans-Martin Lechner in seiner Festpredigt hervorhob: "45 Jahre Chorleiter, das ist eine großartige und schier unglaubliche Sache." Die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands Lanzendorf, Anneliese Kretzer, bezeichnete die Arbeit von Adolf Hör als Chorleiter als "rekordverdächtig".

"50 Jahre Posaunenchor Lanzendorf, das ist schon etwas Besonderes!" Mit diesen Worten hatte Pfarrerin Almut Weisensee den Festgottesdienst in der St.-Gallus-Kirche eröffnet, bei dem die Musik, der Posaunenchor und dessen Stützen im Mittelpunkt standen. Neben den Gründern Karl Hör, Herbert Jahreis und Werner Gräbner wurden für 60 Jahre aktives Wirken Adolf Hör, Erich Baierlein und Karl Tischhöfer sowie für 40 Jahre Helmut Hanke ausgezeichnet.

"Es ist wunderschön"


Dekan Hans-Martin Lechner war zu Beginn seiner Predigt noch voller Eindrücke von den Darbietungen des Dekanatsposaunenchores unter der Leitung von Paul Bars: "Alles singt und klingt an
diesem strahlenden Nachmittag. Es ist wunderschön, und ich spüre diese Musik noch regelrecht in mir."

Lechner gratulierte nicht nur dem Chor, sondern auch den Lanzendorfer Gläubigen: "Es ist ein Segen, wenn eine Kirchengemeinde einen Posaunenchor hat und dazu, wie in Lanzendorf, noch einen regen Kirchenchor. Und es ist auch ein Segen, wenn jeden Sonntag bei den verschiedensten Anlässen in einer Gemeinde die Orgel so engagiert gespielt wird."

Ganze Bandbreite der Gefühle


Die Musik, so der Geistliche weiter, bringe auch die ganze Bandbreite der eigenen Gefühle zum Ausdruck und berühre so die Seelen der Menschen. "Die Musik hilft ganz entscheidend mit, dass das Wort Gottes den Weg in die Herzen der Menschen hineinfindet. Wenn das gelingt, wächst ein christliches Selbstbewusstsein."
Mit Blick auf die einzelnen Bläser des Jubelchores stellte der Dekan fest: "Ihr habt ein hohes, großes und wunderbares Amt. Posaunenchor heißt auch, Gott loben. Herzlichen Dank für diesen Botschaftsdienst."

Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann bezeichnete das Lanzendorfer Ensemble als ein Geschenk Gottes. Er habe im Festgottesdienst gespürt, wie die Menschen in ihren Herzen von dieser Musik berührt werden. Zum Jubiläum wolle deshalb auch der Landkreis seine Wertschätzung dieses ehrenamtlichen Engagements zum Ausdruck bringen.

Für stellvertretenden Bürgermeister Harald Peetz ist der Posaunenchor Lanzendorf "eine Institution, die aus dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist".


"Den Nachwuchs gewinnen"


Anfang September hat Hans-Martin Jungmeier als Nachfolge von Adolf Hör als Leiter des Posaunenchores angetreten. Am Rande des Jubiläums führte die Bayerische Rundschau ein Interview mit dem 58-Jährigen.

Herr Jungmeier, es war für Sie nicht einfach, die Leitung des Chores zu übernehmen, oder?
Hans-Martin Jungmeier: Ja, ich habe in Himmelkron neu angefangen, und wir haben erstmals zum Erntedankfest mit sechs Leuten geblasen. Ich war zuletzt zwei Jahre in Mittelfranken, bin jetzt wieder hergezogen und habe meine Kontakte genutzt, um wieder ins Gemeindeleben einzusteigen. Ich kandidiere auch für den Kirchenvorstand und kümmere mich hauptsächlich um die Kirchenmusik in Himmelkron und jetzt auch in Lanzendorf. Was den Posaunenchor in Lanzendorf angeht, so habe ich mich relativ schnell entschieden.

Sie wussten, dass Sie in Lanzendorf einen hervorragenden Chor übernehmen.
Natürlich, aber ich bin froh, dass ich hier einen Chor übernehmen kann, der sehr gut in Schuss ist. Ich habe aber auch die Aufgabe in Himmelkron gerne angenommen, wo es gilt, etwas Neues aufzubauen.

Da liegt es doch nahe, dass die beiden Kirchengemeinden irgendwann einen gemeinsamen Chor bilden?
Es wird in nächster Zeit sicherlich dazu kommen, dass Termine anstehen, die wir gemeinsam übernehmen. Ich bin dafür auch vorgesehen und werde versuchen, das Ganze zu organisieren.

Wo setzen Sie Ihren Schwerpunkt in der Chorarbeit?
Ich will versuchen, das Programm so zu gestalten, dass man die jungen Bläser mit modernem Liedgut halten kann und auch Nachwuchs gewinnt. Das wird immer schwieriger. Natürlich gehören zur Chorarbeit aber auch die traditionellen Sachen, so dass auch die älteren Bläser nicht zu kurz kommen.