Kulturschaffende und Kulturinteressierte auch und gerade in Zeiten des Teil-Lockdowns zusammenzubringen, das will die Aktion "Fünf Minuten Kultur zum Zuhören". Ganz spontan haben sich mehrere Künstler aus dem Landkreis Kulmbach für die Idee begeistern lassen, einmal in der Woche bei Mitbürgern anzurufen und ihnen am Telefon einen kulturellen Beitrag zu übermitteln.

Dienstags bis Weihnachten

Kulturinteressierte können vorab ihre Wünsche einreichen und ein Zeitfenster für den Rückruf angeben. Erstmalig läuft die Aktion am Dienstag, 24. November, und dann immer dienstags zwischen 15 bis 18 Uhr - zunächst bis Weihnachten.

Die Initiative geht vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagment (KoBe) am Landratsamt Kulmbach aus. Heike Söllner hat die pfiffige Projektidee, die in Augsburg und Schweinfurt bereits erfolgreich umgesetzt wird, an einige Akteure aus der Kulturszene im Landkreis herangetragen und ist dabei überall auf offene Ohren gestoßen. "Mit Beginn des zweiten Teil-Lockdowns vermissen erneut sehr viele Menschen die kulturellen Lichtblicke im Alltag; gleichzeitig gibt es gerade unter den älteren Mitbürgern viele, die zunehmend unter Einsamkeit leiden.

Mit der Aktion möchten die Beteiligten einen kleinen Beitrag leisten, dass kulturelle Begegnungen auch weiterhin stattfinden können, in diesem Fall eben am Telefon, aber dennoch so, dass den Mitmenschen eine Freude im Alltag bereitet wird", so Söllner.

Sie sind dabei

Zum Auftakt der Aktion dabei sind Cosima und Johannes Asen, Rüdiger Baumann, Bernhard Fiedler, Roland Jonak, Friederike und Klaus Köstner, Jutta Lange, Karin Minet, Edina und Robert Thern sowie Günter und Bärbl Zeller - viele davon Mitglieder des Kulmbacher Literaturvereins.

Und das kulturelle Angebot ist breit gefächtert: Es werden Gedichte vorgelesen, die Zuhörer werden singend (auf Wunsch auch gerne gemeinsam singend) oder instrumental erfreut, es gibt kurze Theaterszenen zum Mithören, mundartliche, humorvolle, hintersinnige oder jahreszeitlich passende Texte werden rezitiert, und sogar "Sagen aus dem Oberland" kann man Telefon lauschen. Auf eigene Text- oder Liedwünsche wird ebenso gerne eingegangen.

Kreativität kennt keine Grenzen

Die Nutzer des kulturellen Angebots rufen einfach kurz im Landratsamt unter Telefon 09221/707-150 (wochentags von 8 bis 12 Uhr) an und geben dabei die gewünschte Richtung an. Alternativ steht auf der Homepage des Landkreises unter www.landkreis-kulmbach.de/engagiert dazu auch eine Online-Anmeldemöglichkeit bereit. Dienstags erfolgt dann zum vereinbarten Termin der Rückruf durch eine Person aus dem Kreis der Künstler.

Wer selbst etwas Zeit investieren und einen eigenen kulturellen Beitrag leisten kann, wendet sich ebenfalls an die genannte Telefonnummer am Landratsamt. "Das Netzwerk der Kulturanbieter soll gerne noch weiter wachsen. Der Kreativität sind bei dieser Aktion eigentlich kein Grenzen gesetzt, sofern sie über das Telefon vermittelt werden kann", so Heike Söllner.

Landrat sofort begeistert

Auch Landrat Klaus Peter Söllner freut sich sehr über die Umsetzung dieser guten Idee. "Mich hat das Projekt sofort begeistert. Ich bin sehr dankbar, dass sich bereits zum Start der Aktion viele bekannte Persönlichkeiten aus unserer lokalen Kulturszene einbringen. Ihnen und allen, die noch dazu stoßen, darf ich herzlich danken für das Engagement. Wir unterstützen das Ganze sehr gerne und stellen den organisatorischen Rahmen zur Verfügung." Gleichzeitig freue er sich, den Startschuss geben zu können. "Es ist ein wunderbarer Beitrag dazu, Kultur in Zeiten der Einschränkungen sehr persönlich zu transportieren", so Söllner.