Die BR sprach mit Karla Fohrbeck, der in Neudrossenfeld wohnenden Koordinatorin des Verbundprojekts, über den Wander-, Literatur- und Kulturweg und das Arkadienfest in Sanspareil.

BR: Der Jean-Paul-Weg startet in Joditz, führt durch vier Landkreise und endet unterhalb der Burg Zwernitz. Was verbindet Sanspareil mit dem großen Dichter?
Karla Fohrbeck: Jean Paul hat über 21 Jahre in Bayreuth gelebt, alle Parks und Arkadienland schaften der Markgräfin Wilhelmine geliebt. Im Gästebuch von Gastwirt Münch in Sanspareil hat er sich im Jahre 1810 mit folgendem Satz verewigt: "Zum Andenken an diese eigenartig auseinandergebrochene Schweiz, wahrscheinlich Riesen, um sich damit zu steinigen."

Wer den 200 Kilometer langen Weg beschreitet, kann nicht nur die herrliche Natur genießen. Was erwartet die Wanderer?

Nach etwa jedem Kilometer kann sich der Wanderer am Geiste Jean Pauls erfreuen. Wir wollen ihn der Bevölkerung näher bringen, mittels Text- und Infotafeln, die am Wegesrand angebracht sind. Die großen Infostationen, die geschaffen wurden, sind deutschlandweit einzigartig, weil sie Lokalgeschichte sowie das Leben und Wirken von Jean Paul darstellen, der für Oberfranken eine große Identifikationsfigur ist.


Welches touristische Potenzial bietet der Weg - auch für Wonsees?
Ein, so glaube ich, großes Potenzial. Die Gaststätten in der Region haben, wie ich von Wanderwart Heinrich Schwank gehört habe, schon erfahren, dass der Fränkische Gebirgsweg wie auch der Jean-Paul-Weg Wandertouristen locken. Jean Paul, der außerhalb von Oberfranken eine noch größere Wertschätzung erfährt, hat ja auch eine große Fangemeinde, die sogar bis nach Japan geht. Im Landkreis Kulmbach wird übrigens nicht nur der Markt Wonseees profitieren - der Weg führt auch durch das Thurnauer Gemeindegebiet.

Das große Finale steigt zum Abschluss des Gemeinschaftsprojekts am kommenden Sonntag in Sanspareil. Was wird den Besuchern geboten?
Nach Sanspareil kommen viele, die an dem Verbundprojekt mitgearbeitet haben. Den Besuchern wird von 12 bis 18 Uhr ein buntes Programm geboten. Schauspieler Peter Kampschulte tritt als der alte Jean Paul, Simon Fischer, der Pfarrerssohn aus Joditz, als der junge Jean Paul auf. Auch die Biedermeier-Freunde aus Bad Steben sind mit von der Partie und verwandeln den Felsengarten in die Zeit des Dichters. Ein Kinderprogramm und Lesungen im Felsentheater finden ebenso statt. Wir wollen den Gästen auch Lust machen, auf Jean Pauls Spuren spazieren zu gehen. Von Sanspareil aus kann man den Weg in kurzen oder längeren Etappen erkunden.

Es wird kein großes Festmenü, sondern einfache Kost geboten. Die Landjugend bietet beispielsweise eine Biersuppe an. Hat die Jean Paul gemundet?
Jean Paul war ein ganz großer Biertrinker. Deshalb gibt es neben Kartoffelspeisen und Blechkuchen auch die Biersuppe. Die einfachen fränkischen Speisen passen zur damaligen Zeit.

Sie selbst haben zwei Bücher herausgegeben, die sich mit dem Dichter Jean Paul und Oberfranken befassen. Sind die am Sonntag erhältlich?

In den beiden Büchern ist der gesamte Weg erläutert, mit all seinen Texten und Bildern. Ich glaube, mir ist es gelungen, darin das Welt- und Menschenbild Jean Pauls gut darzustellen. Beide Bücher sind beim Arkadienfest zum Sonderpreis erhältlich.

Die Fragen stellte Alexander Hartmann
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