Kommt mit Kentucky Fried Chicken eine weitere Fastfood-Kette nach Himmelkron? Mit dieser Frage sah sich der Gemeinderat am Dienstagabend beim ersten Blick auf die Tagesordnung nicht konfrontiert. Doch dann, als es um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "KFC Himmelkron" ging, ließ Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) die Katze aus dem Sack: Die Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth will im künftigen Gewerbegebiet Himmelkron nördlich der B 303 ein Restaurant für die Fastfood-Kette errichten.

"Werden das nicht so hinnehmen"

Die SPD-Fraktion sah sich allerdings nicht in der Lage, einem Aufstellungsbeschluss zuzustimmen, weil sie erst in der Sitzung erfahren habe, was sich hinter dem Kürzel "KFC" verbarg. Fraktionssprecher Rudi Gumtow: "Wir sollen jetzt innerhalb einer halben Stunde entscheiden, wobei es für die Entwicklung unserer Gemeinde schon eine sehr weitreichende Entscheidung ist. Das werden wir nicht so hinnehmen, denn wir haben dann ein weiteres Fast-Food-Restaurant. Wir sind strikt dagegen."

Die SPD-Fraktion mit den Ratsmitgliedern Rudi Gumtow, Ottmar Schmiedel und Peter Aßmann sowie CSU-Gemeinderätin Pia Aßmann lehnten deshalb die Aufstellung eines Vorhabensbezogenen Bebauungsplan eigens für das Projekt der Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth ab. Mit den Stimmen der restlichen CSU/FWG-Fraktion und der Freien Wähler wird das Verfahren aber dennoch auf den Weg gebracht.

Wie Bürgermeister Gerhard Schneider berichtete, hat die Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth mit der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken einen konkreten Interessenten an der Angel, der in Himmelkron ein Restaurant betreiben will. Vorerst gehe es für den Gemeinderat, so Bürgermeister Schneider, um eine Absichtserklärung, und erst zu gegebener Zeit müssten dann die Fragen der Erschließung geklärt werden.

Neue Ampelanlage notwendig

Die verkehrsmäßige Erschließung werde derzeit wohl das Hauptproblem darstellen, denn die zuständigen Fachbehörden wie das Staatliche Bauamt Bayreuth werden hier keine Einzelerschließung zulassen, sondern die Gemeinde muss die verkehrsmäßige Erschließung des gesamten Gewerbegebiets mit seinen rund 240 000 Quadratmetern im Auge haben und auch planen lassen. Hier wird man um den Bau einer kompletten Ampelanlage auf der Bundesstraße 303 und auf den beiden einmündenden Straßen aus dem Gewerbegebiet wohl nicht herumkommen.

Gemeinderat Peter Aßmann (SPD) wies darauf hin, dass in dem Bereich nach wie vor die Ansiedlung des Möbelriesen XXL-Lutz vorgesehen ist: "Was wird mit Lutz? Wir machen schon wieder ein Fass auf und setzen uns ein Hähnchen-Restaurant rein, wo es in Zukunft vielleicht auch andere Möglichkeiten gibt."
Sein Fraktionskollege Ottmar Schmiedel sprach von einer Salami-Taktik: "Solch kleine Geschäfte bringen uns dort nicht weiter. Das wollen wir nicht."

Bürgermeister Schneider warnte davor, eine Strategie zu verfolgen und sich dabei die Betriebe rauszusuchen, die man haben will oder nicht: "Hier muss man auch den einen oder anderen Kompromiss machen."
Sein Stellvertreter Harald Peetz (CSU) sah keinen Nachteil darin, mit kleinen Schritten das Gewerbegebiet zu entwickeln.

Rudi Gumtow machte nochmals deutlich, dass seine Fraktion nicht gegen eine gewerbliche Entwicklung nördlich der B 303 ist, sondern sich nur gegen die Errichtung eines weiteren Fast-Food-Restaurants ausspreche.