Gegen 13:30 Uhr klagten mehrere Anwohner der Königsberger Straße in Hegnabrunn über Atemwegsreizungen. Sie hatten zuvor den ganzen Vormittag über die vollgelaufene Kellerwohnung leergeräumt. Knapp zwei Meter stand die Wohnung unter Wasser. Der Grund laut Anwohner: Ein seit neun Jahren geplatztes Kanalrohr. Schon seit vielen Jahren würde man versucht haben, die Gemeinde in die Pflicht zu nehmen, so Heiko Günther (33), der mit seiner Frau Tanja in der Kellerwohnung lebte.

Am Sonntag wurde dann angepackt. Mehrere Helfer hatten sich eingefunden, um die Wohnung leerzuräumen. Doch dann klagten einige von ihnen plötzlich über Atemwegsbeschwerden. Eigentlich wollte niemand einen "großen Aufriss", sagten viele Helfer.
"Wir wollten nur, dass hier mal Schadstoffe gemessen werden".

Doch die Integrierte Leitstelle in Bayreuth wollte sicher gehen: In Windeseile wurden Rettungskräfte aus dem ganzen Umland zusammengezogen. Wie sich dann herausgestellt hat, war bereits in der Nacht in der vollgelaufenen Kellerwohnung ein Heizöltank geplatzt. Die giftigen Dämpfe wurden dann bei den Aufräumarbeiten eingeatmet. Die Polizei spricht von neun Verletzten.


Helfer waren überlastet

Tanja Günther, die Wohnungsbesitzerin war fassungslos: "Wäre das alles schneller gegangen, wäre der Schaden vielleicht nicht so hoch gewesen. Es hat ewig gedauert bis Hilfe kam". Hierzu bleibt anzumerken, dass die Rettungskräfte in der Nacht hoffnungslos überlastet waren. Die Zahl der Einsatzstellen stieg ins unermessliche und bis Verstärkung aus dem Landkreis kam, waren die örtlichen Retter auf sich selbst gestellt.

Glücklicherweise konnten alle Verletzten nach ambulanter Behandlung vor Ort wieder entlassen werden. In Absprache mit dem Rettungsdienstleiter und der Feuerwehr sperrte die Polizei den Keller für weitere Reinigungsarbeiten, bis am Montag das Öl durch eine Fachfirma abgesaugt wird.