Am 10. November 2009 war es, als Sascha Barnickel mit einigen Kameraden auf der Fahrt zu einem Einsatz aufgrund eines technischen Defekts verunglückte. Er selbst kam damals glimpflich davon, sein Bruder Florian hingegen rang Monate lang mit dem Tod.
Sascha Barnickel erlitt an jenem Unglücksabend ein Schleudertrauma und ein paar Schnittwunden. Sein Bruder Florian leidet noch heute unter schweren Gedächtnisstörungen und spastischen Lähmungen.
Am Tag, an dem sein Bruder Sascha den neuen Feuerwehrführerschein ausgehändigt bekam und sich hinter das Steuer des neuen Einsatzfahrzeuges der Oberdornlacher Wehr setzen durfte, zog Florian seine Uniform an und mischte sich unter die Aktiven.
Seit einiger Zeit dürfen Feuerwehrleute, die nach 1999 den Führerschein gemacht haben, schwere Einsatzautos nicht mehr fahren. "Das ist ein harter Schlag für die Wehren", sagte Kreisbrandinspektor Franz Gareis. Die Verantwortlichen befürchteten, dass gerade angesichts der demographischen Entwicklung die Einsatzkraft geschwächt werden könnte.
Mit vereinter Kraft kämpften die Wehren und der Feuerwehrverband um die Schaffung eines speziellen Führerscheins, um schlagkräftig zu bleiben. Es könne nicht sein, dass nach der Alarmierung zwar genügend Leute vorhanden seien, aber keiner mehr das Einsatzfahrzeug fahren dürfe.
Jetzt haben die drei ersten Kulmbacher diesen speziellen Führerschein in der Tasche: Stefan Schmidt (21) , Hans-Christian Leuschner (27) und eben Sascha Barnickel (20). Das Trio hat die Prüfung beim Verkehrsinstitut Bayern abgelegt.
"Sie haben nicht nur den Führerschein gemacht, sondern sogar den großen", verriet Günter Möschel. Das bedeutet: Die drei jungen und engagierten Männer der Oberdornlacher Wehr dürfen künftig alle Feuerwehrfahrzeuge bis 7,5 Tonnen fahren. Nach zwei Jahren dürfen sie dann auch andere Laster bis zu dieser Größenordnung führen.
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