Die Übergabe fand im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der früheren Jakobs- und heutigen Markgrafenkirche statt. Karla Fohrbeck hatte dazu zwei Stelen im Rahmen des Rotmainauenprojektes erstellt, eine davon wurde im Kirchhof vorgestellt und eingeweiht.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Chor des Gesangvereins Neuenreuth unter der Leitung von Manfred Bauriedel und von Franziska Bartels an der Geige. Nach einer kurzen Stärkung im Biergarten des Bräuwercks machten sich etwa 50 Wanderer auf die Teilstrecke des Jakobsweges bis zur "Bürgerreuth" in Bayreuth, unter ihnen auch die Geistlichkeit mit den Pfarrern Elmar Cromer und Michael Thein sowie dem früheren Dekan Markus Brendel.

Pfarrer Elmar Cromer verwies darauf, dass gerade in Zeiten der unseligen, nationalen Egoismen und des übersteigenden Patriotismus ein kleines Zeichen gesetzt werde für die Verständigung unter den Völkern, unter
den Christen und Nichtchristen. "Wir freuen uns sehr, dass nun auch von unserem Gotteshaus, einer früheren Jakobskirche mit einem wunderschönen Jakobsaltar, eine Verbindung zu den großen Wanderwegen von Riga in Lettland bis nach Santiago de Compostela in Nord-West-Spanien geschaffen wurde." Nun sei auch das Europadorf Neudrossenfeld an das europäische Pilgernetz angeschlossen.

Im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes standen vor allem die Geschichten des Apostels Jakobus, wie sie im Flügelaltar der Markgrafenkirche verewigt sind.

Dabei machte Pfarrer Cromer deutlich, dass nur wenige den Hintergrund dieser Geschichten kennen. Damit setzten sich Pfarrer Michael Thein und sein katholischer Kollege aus Hollfeld, Markus Brendel, dann sehr ausführlich auseinander. Anhand der Altartafeln und des Abendmahl- und Himmelfahrtbildes erzählten sie vom Leben des Jakobus.

Pfarrer Brendel gestand, dass er selber ein leidenschaftlicher Pilger ist, auch auf dem Jakobusweg: "Ich weiß, was viele Menschen bewegt, diesen Weg zu gehen. Jesus hat Spuren hinterlassen, ebenso Jakobus." Am Ende dieses Weges sei sein Grab.

Er stellte auch die Frage, was den Jakobusweg ausmacht und ihn von anderen Wanderwegen unterscheidet: "Warum gehen jetzt über 1000 Jahre lang Menschen auf diesem Weg nach Santiago de Compostela, nehmen Mühe, Strapazen auf sich, entbehren vieles. Er ist ein Weg, der viel von uns verlangt."

Im Kirchhof sprach Karla Fohrbeck von einer großen Chance für die Region: "Wenn wir sie auch aktiv wahrnehmen und nicht immer verdrängen." Der Flügelaltar sei ein besonderes Kunstwerk, das zugleich sehr wertvoll ist. "So langsam wachen wir auf für die Schätze der Region. Was ich dazu beitragen konnte mit dem Jakobsweg und den Stelen, das habe ich gerne getan."

Weitere Grußworte sprachen stellvertretender Landrat Dieter Schaar (FW) und Bürgermeister Harald Hübner (CSU). Schaar, der auch eine Geldspende des Landkreises übergab, sagte: "Das ist heute ein schöner Tag für Neudrossenfeld, für die Kirchengemeinde, aber auch für die politische Gemeinde."