In einer Stellungnahme fordern der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe Kulmbach des Bund Naturschutz (BN), Karl-Heinz Vollrath, und Alwin Geyer für den BN in Stadtsteinach, als logische Konsequenz, den geplanten Bau der Stadtsteinacher Umfahrung so lange zurückzustellen, bis klar ist, wie sich der Verkehrsfluss nach dem Bau der Umgehung Untersteinach-Kauerndorf entwicklen wird.

Mit dem Baubeginn der Umgehung Untersteinach sei zu erwarten gewesen, dass es auch eine Lösung für Kauerndorf geben wird. "Dass jetzt das Wahnsinnsprojekt Tunnel tatsächlich kommt, hätten selbst die größten Befürworter nicht so schnell erwartet. Aber die Bundestagswahl steht an", schreiben sie in ihrer Stellungnahme.
Nach den aufsehenerregenden Mitteilungen der letzten Tage (Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumfahrung Stadtsteinach und vor allem die Genehmigung des Baues des Tunnels Kauerndorf) müssten nun Maßnahmen erfolgen, um die Natur in unserer Region zu schützen und zu erhalten.

Nachdem aus heutiger Sicht circa 90 Millionen Euro für den Bau der Ortsumfahrungen Untersteinach und Kauerndorf "locker gemacht werden", solle man auch akzeptieren, dass diese Straße vermehrt Verkehr aufnehmen wird, der dann über Kulmbach nach Kronach fließen wird.

"Wir fordern deshalb, den geplanten Bau der Ortsumfahrung Stadtsteinach soweit zurückzustellen, bis Erkenntnisse über die neuen Verkehrsentwicklungen nach 2023 (Fertigstellung Tunnel) vorliegen." Auch bis dahin zu erwartende verkehrspolitische Entscheidungen, wie Bemautung von Bundesstraßen oder vielleicht ein Gebot, das den überregionalen Lkw-Verkehr auf Autobahnen zwingt, sollten abgewartet werden.

"Wir fordern umgehend, Maßnahmen zur Reduzierung des Gefahrenpotentials im Begegnungsverkehr von Stadtsteinach zu ergreifen. Dies wären Tempo 30 vor dem Krankenhaus und am Kirchberg sowie im Bereich der geplanten Querungshilfe, vor allem für Schulkinder in der Kronacher Straße. Die Umsetzung - auch testhalber - von Durchfahrtsverboten für den Schwerlast-Transit-Lkw-Verkehr ist sofort zu realisieren. "

Es wurde und werde soviel Natur und auch landwirtschaftliche Nutzfläche ("Wo bleibt der Bauernverband?") verbraucht, dass spätestens jetzt Maßnahmen zum Erhalt der noch intakten Natur am Eingang zum Steinachtal ergriffen werden müssen. "Unser Kapital sind nicht immer mehr Straßen. Ein sanfter Tourismus bietet langfristig gute Chancen für unsere Region im Frankenwald."