Ihre Kleidung selbst zu fertigen, hat Karin Kretschmann schon immer mehr Spaß gemacht, als Sachen fertig von der Stange zu kaufen. Als sie mit ihrer Familie vor fünf Jahren nach Langenstadt zog, kaufte sie mit dem Haus auch zwei Schafe - und die sind schuld daran, dass die Erzieherin sich sehr altem Handwerk zugewandt hat: Dem Spinnen und Filzen. "Ich wollte die Wolle der Schafe verarbeiten. Das war der ausschlaggebende Punkt", erzählt die 44-Jährige.
So ein bisschen nebenbei lernen, kam für sie allerdings nicht in Frage. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Silvana Rizzi, ging sie die Herausforderung professionell an. Was daraus geworden ist, das können die Besucher des Mittelaltermarkts am Wochenende im Oberhacken erleben. Die Frauen sind mit ihrem kleinen Unternehmen "Filzlaus" dort zu Gast und zeigen den Besuchern, wie das Spinnen und Filzen funktioniert.

Ausbildung bei Profis


Wolle zu verwertbarem Garn zu spinnen, haben sie bei einer Profi-Spinnerin gelernt. "Die Grundlagen hat man nach ein paar Stunden raus, aber um einen reißfesten und trotzdem hauchdünnen Faden zu spinnen, aus dem man beispielsweise Socken stricken kann, muss man schon sehr viel üben", erzählt Kretschmann. Wolle hat sie mittlerweile genug, denn die eigene Herde ist inzwischen auf mehr als 20 Tiere angewachsen
Auch das Filzen wollten die beiden Frauen unbedingt von der Pike auf lernen und sich nicht mit Hobbykursen zufrieden geben. Sie lernten das Handwerk bei einer Diplomfilzerin in Berlin und in einer Dresdner Filzer-Werkstatt.

Mehr über die beiden Kunsthandwerkerinnen und den Mittelaltermarkt, der am Samstag von 10 bis 23 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.