Der Kasendorfer Musikverein kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Im Mai wurde das Bundesbezirksmusikfest groß gefeiert, am Wochenende mit einer Serenade an die Wiedergründung des Vereins vor 65 Jahren erinnert. Erst ging es zum Totengedenken auf den Friedhof, dann lud das Sinfonische Blasorchester zur Serenade vor der Schule ein. Unter dem Dirigat von Thomas Eschenbacher glänzten die 50 Interpreten durch großartige Harmonie, ob bei Richard Wagners Festmusik, dem Florentiner Marsch oder zu den Rhythmen von Santana.

Ein Aushängeschild

Kasendorf ist ein Aushängeschild in Sachen Musik. Das war 1948 noch anders, als der Verein nach dem Verbot während der Kriegswirren und zehnjähriger Pause wieder ins Leben gerufen wurde und sich mühsam emporarbeiten musste.Vorsitzender Winfried Gräf ließ die Jahrzehnte, die seitdem vergangen sind, Revue passieren, nannte Namen wie
Heinrich Hübner und Franz Hickel als Wegbereiter. Er stellte vier Personen, die bei der Wiedergründung dabei waren, heraus: Dirigenten Georg Reichel, der 40 Jahre den Taktstock innehatte. "Nach seinen Noten spielen wir heute noch." Den Ehrenvorsitzenden Georg Glenk, der 20 Jahre an der Spitze stand, den ewigen Musikanten Fritz Eberhardt und den "Dauerbrenner" Werner Röthel, der als Einziger heute noch aktiv mitwirkt. Zu diesen lebenden Wiedergründungsmitgliedern gesellen sich Hermann Angermann und Rudolf Eichner, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnahmen.

Beifall des Fanclubs

Unter Beifall des Fanclubs überreichte Gräf Ehrenurkunden. Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU/OL) sprach von Vorbildern, die den Ruf von Kasendorf als weithin bekanntes Musikdorf geprägt hätten. Der Fanclub dankte den Musikanten für die riesige Arbeitsleistung beim Bundesbezirksmusikfest mit Geldsäckchen samt spendablem Inhalt und einem Glückwunsch-Banner.
Für die Geehrten sprach Georg Glenk. "Uns machte die Einigkeit stark und das Zusammenstehen von Jung und Alt. Das ist auch heute noch so."
Fritz Eberhardt aus Reuth hat aös 14-Jähriger mit der Posaune angefangen. "Mein erster Ausbilder war Major Schmitt, soldatisch streng, aber ich habe viel gelernt."

Der Flug in den Notenstände

Eberhardt erinnert sich an so manch heitere Anekdote. So auch an ein heißes Gregorifest, bei dem sein Kollege zu tief ins Glas geschaut hat. "Er ist mit Karacho in die Notenständer geflogen", sprach Eberhardt, dessen Lieblingsinstrument das Akkordeon ist. Das nahm er mit seinen 79 Jahren dann auch in die Hand und unterhielt das Publikum mit dem "Glenks Gerch" am Schlagzeug beim gemütlichen Beisammensein im Anschluss an die Serenade vor dem Musikheim.