Es ist nicht leicht, einem im Sterben liegenden Menschen ein würdiges Ende zu gewähren. Eine gewaltige Aufgabe, der sich die vielen ehrenamtlichen Sterbebegleiter des Kulmbacher Hospizvereins seit 20 Jahren verschrieben haben. "Es ist eine Aufgabe mit hoher Verantwortung und vielen Gefühlen", sagte der Vorsitzende Markus Ipta anlässlich des Jubiläumskonzertes in der St. Hedwigskirche. "Wir wollen den Sterbenden zeigen: Wir sind da!"

Doch nicht nur zu Zeiten der Trauer sind die Mitglieder des Hospizvereins zur Stelle, sondern auch wenn es darum geht, die Tradition des Vereins zu würdigen. In diesem Fall in Form eines Konzertes, das eine Mitarbeiterin des Hospizvereins organisiert hatte: Käthe Goné trat mit dem bekannten Gospelchor "Coloured Black" auf.

Unter der musikalischen Leitung von Hans Martin Gräbner präsentierte der stimmgewaltige Chor ein buntes Repertoire aus modernen und alten Klängen. Gospels, Popmusik und mittelalterliche Choräle zogen die vielen Zuhörer in ihren Bann. Titel wie "Go down, Moses", "Sitting on the dock of the bay" oder "Scarborough fair" weckten bei den Zuhörern viele Erinnerungen. Wobei der ehemalige Vorsitzende des Hospizvereins, Dieter Hägele, besonders von Michael Jacksons "You are not alone" angetan war - denn das sei genau das Motto des Kulmbacher Hospizvereins.


Enthusiasmus von Sängern und Dirigenten

Auch Ehrenmitglied Brigitte Müller-Wendland war von dem Konzert begeistert. "Der Enthusiasmus der Sänger und des Dirigenten hat mich besonders begeistert." Eine Aussage, der Markus Ipta uneingeschränkt zustimmen konnte. "Es war ein klasse Konzert. Ich fand insbesondere die hohen Töne berauschend, die haben ein Schwingen im ganzen Körper verursacht."

Amüsantes Detail am Rande: Der Ziegelhüttener Theatermann Rüdiger Baumann hatte vor Jahren von Hans Martin Gräbner den Auftrag bekommen, zur Melodie von "Downtown" eine fränkische Strophe zu schreiben. Herausgekommen ist - wie könnte es in Kulmbach anders sein: "Brodwörschd, wenn sa schö knusprig sind, Brodwörschd, mit oder ohne Senf." Eine Version, die Baumann bei dem Konzert erstmals in der Interpretation von "Coloured Black" zu hören bekam.

Es war ein Abend mit vielen Liedern, die durch die tragenden Stimmen des Chores und durch ihren Bekanntheitsgrad zum Träumen anregten und Kraft geben konnten. Kraft, die ehrenamtliche Sterbebegleiter brauchen. "Wir durchleben im Grunde die gleiche Trauer wie die Angehörigen", so Ipta. "Es hinterlässt beim Begleitenden einen großen positiven Eindruck, wenn man es schafft, dass ein Mensch würdig geht. Das macht stark."