Oliver Tissot hat gerufen - und zahlreich sind sie dem Ruf gefolgt. Im neuen Franken-Krimi "Murggs" vereint sich fast alles, was in Frankens Comedy-Szene Rang und Namen hat.
Ohne detailliertes Drehbuch, ohne festgelegte Dialoge und mit einer gehörigen Portion Enthusiasmus und Spaß brachten die Akteure des neuen Frankenkrimis "Murggs" ihre No-Budget-Produktion in die fränkischen Kinos.

Ein Geburtstagsgeschenk

"Oliver Tissot wollte sich zu seinem 50. Geburtstag einen Lebenstraum erfüllen", erzählt Darsteller Alexander Göttlicher. So habe er sich von seinen Freunden keine Geschenke gewünscht, sondern das Einverständnis, ohne Gage in einem Film mitzuwirken.
"Und Talentfreiheit war ein weiteres Kriterium", scherzt Stefan Eichner gleich dazu, weithin bekannt als "Das Eich".
Gedreht wurde an realen Schauplätzen, sogar zur Pathologie der Universität Erlangen erhielt das Team Dank der Kontakte von Alexander Göttlicher Zutritt. "Wer zu diesem Film Geld oder Schauplätze beisteuern konnte, war quasi mit an Bord", erklärt "Das Eich" weiter mit einem Augenzwinkern.

Mysteriöse Blödelei

Herausgekommen ist ein Kinofilm von 104 Minuten Länge, der mangels Drehbuch durchaus seine Längen hat, was die Situationskomik aber wieder wett macht. Oliver Tissot mimt in dieser Tatort-Parodie den Kommissar Detlev Murgg, der zusammen mit seinen Kollegen Martin Hahn ("Das Eich") und Vera Wunder (Andrea Lipka) einen vermeintlichen Mordfall lösen will. Ein mysteriöser Fund in einem LKW (= LeberKäsWeckla) bringt Murgg auf die Spur des Millionärs von Walzer (Klaus Karl Kraus), dessen Gattin verschwunden ist. Und von da an ist einfach alles "murggs".
"Murggs" lebt von seinen Darstellern und deren Kreativität, vereint der Film doch Größen wie Heißmann und Rassau, Karl Heilmann, Lizzy Aumeier oder Atze Bauer. "13 Tage haben wir insgesamt gedreht, 40 Tage haben wir geschnitten", sagt Produzent, Regisseur und Kameramann André Albrecht. Er ist mit dem Werk sehr zufrieden. "Wir haben nicht einmal mit großen Kameras gedreht, ich war ehrlich von der Qualität der Aufnahmen überrascht."
In rund 30 fränkischen Kinos ist der Frankenkrimi zurzeit zu sehen, so auch im Cineplex Kulmbach und Bayreuth. "Lokal eingefärbte Filme sind eigentlich immer ein Renner, und da in dieser Produktion auch noch "Das Eich" mitspielt, spricht das in Kulmbach eine große Fangemeinde an", begründet der Marketingleiter des Cineplex Kulmbach, Andreas Gaube, seine Entscheidung zur Aufnahme des Streifens ins aktuelle Programm.

"Erstaunlich gut"

Und das Publikum? Das nahm die Produktion wohlwollend auf - und das lag sicher nicht nur an dem kostenfreien Prosecco, den "Das Eich" vor Beginn der Premierenvorstellung im Kino-Foyer verteilte. Von "bassd scho" über "erstaunlich gut" bis hin zu "superklasse" reichen die Kommentare, und einer Zuschauerin taten sogar "die Backen weh" vor lauter Lachen. "Aber wenn das ein Nichtfranke zu sehen bekommt, denkt der, wir haben sie hier nicht mehr alle", kommentierte die Frau mit den schmerzenden Wangen noch weiter. Das sagt sie aber lieber anonym. Da soll ja schließlich kein Murggs daraus werden.