Doch die Euphorie Anselstetters, der als junger Lehrer, Handballer und Turner nicht zuletzt auch wegen seiner Englisch-Kenntnisse sogar als Gruppenleiter eingeteilt war, wich bald blankem Entsetzen: Denn heute auf den Tag genau vor 40 Jahren wurde der schreckliche Terroranschlag auf das Olympiadorf verübt.

"Das war von der Stimmung her ein totaler Bruch. Es war schockierend, und da ist einem schon mal die Gänsehaut über den Körper gelaufen. Ich hatte Angst, wie viele andere auch."

Nachrichten flossen nur spärlich


Dabei hatte der junge Wirsberger lange Zeit von den Geschehnissen so gut wie nichts mitbekommen. Zum einen, weil die Meldungen damals sehr spärlich flossen und zunächst sogar eine Nachrichtensperre verhängt wurde, zum anderen, weil er am 5. und 6. September zwei freie Tage bekommen hatte. Den ersten nutzte er für einen Schwimmbadbesuch, nach dem er sich abends ziemlich bald schlafen legte. "Am 6. September bin ich morgens mit dem Bus zum Olympiapark gefahren, weil ich in der Schwimmhalle noch einige Nacharbeiten erledigen wollte. Den Augenblick, als ich am Zaun zum Olympiadorf vorbeikam, werde ich nicht vergessen. Es standen viele Schaulustige davor, und es herrschte eine lähmende Bedrückung. Die Menschen waren nur noch traurig und fassungslos. Ich selbst war noch ahnungslos, wusste von gar nichts."

Erst in einer Sonderausgabe der Bild-Zeitung, die dort angeboten wurde, las Anselstetter von dem Attentat. Acht Aktivisten der der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" hatten die Wohnungen von elf isrealischen Sportlern gestürmt und sie als Geißeln genommen. Zwei von ihnen wurden sofort erschossen.

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