Für die Stadt Kulmbach steht fest: Wenn sich hier ein Möbelhaus ansiedeln würde, wäre es für die Stadt ein Gewinn. Aber seit Jahren tut man sich damit schwer. Zuletzt hat es in der Mittelau nicht geklappt, obwohl es fast sicher schien, dass die österreichische Lutz-Gruppe (XXXLutz - "Die mit dem roten Stuhl") mit ihrem Discountunternehmen Möbelix kommen würde.

Wie sieht die Branche die Chancen Kulmbachs? infranken.de hat in Köln nachgefragt beim Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels. Dessen Geschäftsführer André F. Kunz, zuständig für den Bereich Möbel und Küchen, kennt sich gut aus in Oberfranken und weiß, dass der Markt hier - wie in ganz Deutschland - gesättigt ist.

Und auch die Konkurrenz ist groß - mit Einrichtungshäusern wie Pilipp in Bindlach, Neubert in Hirschaid, Schulze in Rödental, Schmolke in Lichtenfels, Hertel in Gesees und Pletl in Thurnau. Alle sind von Kulmbach nicht weiter entfernt, als der durchschnittliche Möbelkäufer bereit ist zu fahren. "Das sind 30 bis 40 Minuten, im ländlichen Raum auch 60 Minuten", erläutert Kunz und beruft sich auf wissenschaftliche Erhebungen. Wenn also ein neues Möbelhaus nach Kulmbach käme, müsste es sich einem scharfen Wettbewerb stellen, betont der Kölner Experte.

Dennoch sieht er Chancen für einen Möbeldiscounter in Kulmbach. Denn: Im 45-Autominuten-Umkreis kann man ein Potential von 300 000 Kunden erreichen. Und von den Konkurrenten ist keiner ein ausgesprochener Discounter. Es wäre auf jeden Fall einer Überlegung wert, "die Dinge genauer zu analysieren".

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