Eingeladen war zu einer großen Vorführung von Gerätschaften, mit denen man dafür sorgen kann, dass auch nach Wildschweinschäden schnellstmöglich wieder Gras wächst. Denn bei bewirtschafteten Flächen können Landwirte das nicht einfach dem Zufall überlassen.

"Der kalte Winter hat den Wildschweinen gar nicht geschadet. Für das Schwarzwild gibt es inzwischen das ganze Jahr Futter. Die Bachen haben schon Frischlinge bekommen", schilderte der Fachberater des Bayerischen Bauernverbandes, Harald Köppel, die Situation. Und obwohl im Landkreis Kulmbach mehr als 1100 Wildschweine zur Strecke gebracht worden und damit bei den Abschusszahlen Rekorde zu verbuchen seien, seien die Schäden am Grünland immens.
Die Wildschweine häten ganze Arbeit geleistet.

In einigen Gebieten seien nur vereinzelte Aufbrüche festzustellen, schilderte der langjährige Wildschadenschätzer Edwin Schramm die Situation auf einem Feld bei Pfaffenreuth. Aber auf den meisten Flächen seien flache, großflächige Aufbrüche festzustellen. Das Feld bei Pfaffenreuth sei ein Paradebeispiel. Mit der Hand sei der Schaden nicht mehr zu beheben.

150 Zuschauer

Für den Praxistest hatte der Maschinen- und Betriebshilfsring Kulmbach verschiedenste Maschinen- und Maschinenkombis zusammenkommen lassen, um Landwirten und Jägern anschaulich die unterschiedlichen Ergebnisse vorzuführen. Rund 150 Interessierte wollten dem Schauspiel beiwohnen.

So kam auf Grünfläche ein Forstmulcher, der normalerweise zum Entfernen von Wurzelwerk im Forst verwendet wird, zum Einsatz. Das Gerät allerdings hat nur eine Breite von zwei Metern. Zudem ist ein eigener Arbeitsgang nötig, um die Wiese wieder anzusäen.

Außerdem stellten sich ein Rapido, ein Büffel sowie eine Kreisegge mit Drillkombi dem Praxistest - alles drei spezielle landwirtschaftliche Gerätschafen, die in einem Arbeitsgang einebnen und säen können. Der Rapido hatte große Probleme bei den nassen Bodenverhältnissen. "Aber es kommt auf die Lage, auf die Witterung, auf die Gegebenheiten an", kommentierter Werner Friedlein vom Maschinenring den Test.

Auf dem sehr feuchten Untergrund erzielten die Tester mit dem Büffel und der Kreisegge mit Drillkombi die besten Ergebnisse.

Fördermittel als Stolperstein

Das Problem ist, dass Landwirte ihre Wiesen nach derartigen Schäden nicht einfach umpflügen, einebnen und neu ansäen können, vor allem dann nicht, wenn sie Kulap-Fördermittel für Grünland beziehen, erklärte Frank Stübinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach. Deshalb seien Reparaturgeräte, die oberhalb der Grasnarbe arbeiten, wichtig.

Florian Frank vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Bayreuth-Münchberg erläuterte die Kosten.

So trafen am Ende die Vertreter des Jagdschutz- und Jägervereins und die Landwirte den Entschluss, dass eine beiderseits verträgliche Lösung wohl nur dann gefunden werden könne, wenn Landwirte und Jäger zusammenarbeiten.