Wie durch ein Wunder überlebte die Frau. Eines ihrer beiden Kinder, ein sechsjähriger Junge, war zum Zeitpunkt der Tat in der gemeinsamen Wohnung in Creußen, hatte das Geschehen zumindest teilweise mitbekommen und wurde durch einen Kratzer mit dem Tatmesser selbst leicht verletzt.

Zum Auftakt der Hauptverhandlung stritt der arbeitslose Altenpfleger die Tat nicht ab, bekannte sich aber auch nicht eindeutig dazu. Stattdessen machte er Erinnerungslücken geltend. Allerdings komme auch kein Dritter als Täter in Betracht, so der vorsitzende Richter Michael Eckstein.


Es ging ums Geld



Ursache für die Auseinandersetzung waren finanzielle Streitigkeiten zwischen dem Angeklagten und seiner Lebensgefährtin. Beide hatten erst zwei Wochen zuvor die gemeinsame Wohnung bezogen. Angeblich hätte der Angeklagte noch 340 Euro von seinem Vater bekommen sollen. Wenn er das Geld nicht sofort einfordere, werde sie ihn aus der Wohnung werfen, soll die Frau gesagt haben.

Da dies nicht zum ersten Mal der Fall war, brannten beim Angeklagten offensichtlich alle Sicherungen durch. "Es war einfach die Wut aus dem Bauch raus", sagte er, der sonst angeblich jedem Streit aus dem Weg geht und stets versucht habe, es allen Recht zu machen. "Egal was war, ich war immer schuld", beklagte sich der Mann. Des lieben Friedens willen habe er den ganzen Ärger in sich "hineingefressen".

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