Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses der Geschwister-Gummi-Stiftung, Elsbeth Oberhammer, hat viele Ideen für die Zukunft und Grund zur Freude. Denn seit der Online-Auftaktveranstaltung am Dienstag ist sicher: Das Mehrgenerationenhaus in der Negeleinstraße 5 in Kulmbach wird auch die nächsten acht Jahre mit dem Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" gefördert. Die jährliche Unterstützung in Höhe von 40 000 Euro soll vor allem für generationenübergreifende Arbeit, Teilhabe, Sozialraumorientierung und freiwilliges Engagement verwendet werden.

Auch der Landkreis Kulmbach stärkt laut einer Pressemitteilung mit weiteren 10 000 Euro den Familientreff und das Mehrgenerationenhaus "als wichtigen Teil der kommunalen Strategie in der Gestaltung des demografischen Wandels". All diese Ziele werden im Mehrgenerationenhaus der Geschwister-Gummi-Stiftung "gelebt": Es ist ein Begegnungsort für den offenen Austausch zwischen Menschen verschiedensten Alters und Herkunft, der Raum für gemeinsame Aktivitäten und ein nachbarschaftliches Verhältnis schafft. Es steht allen Menschen offen und ist seit 2017 im Förderprogramm des Bundes.

Der Familientreff ist Anlaufstelle zur Begegnung, zum Austausch und Dazulernen für werdende Eltern und junge Familien. Das Café als offener Treffpunkt für Mütter, Väter und Kinder, die einander kennenlernen, Erfahrungen austauschen, oder "einfach mal auftanken" wollen, vervollständigt das ganzheitliche Angebot der Stiftung in der Negeleinstraße.

Normalerweise finden in den Räumen viele Kurse und Treffs statt. Coronabedingt müssen beispielsweise die Seniorenwerkstatt, die Elterninitiative Autismus-Asperger sowie die interkulturelle Frauengruppe derzeit entfallen. Auch der Betrieb des Familiencafés ist derzeit ausgesetzt.

Viele Menschen sind dem Familientreff seit vielen Jahren verbunden, doch "neue Gesichter" sind jederzeit willkommen: Die Mitarbeitenden halten den Kontakt und die soziale Nähe zu den Menschen aufrecht mit Hilfe von Briefen, den sozialen Medien oder Aktionen - wie etwa "Hol dir dein Buch!"

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Online-Angebote schaffen Nähe

Mit Online-Angeboten werden seit vielen Wochen sogar Kurse und Angebote weitergeführt: Der Mami-Talk, die Krabbelgruppe sowie die Kleinkindgruppe ermöglichen in regelmäßigen Videokonferenzen einen Austausch für Familien über ihre Rolle als Eltern sowie die kindliche Entwicklung. Die "fit für kids"-Reihe mit spezifischen Themen rund um die Erziehung jüngerer und älterer Kinder stößt ebenfalls auf große Beliebtheit.

Die ehrenamtlichen Sprachpaten nutzen ebenfalls die neuen Medien, um junge Menschen mit Migrationshintergrund beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Der Secondhand-Shop KuKATZ geht mit einem Click&Collect- System ebenfalls neue Wege.

ventil für Familiene

"Gerade jetzt in der Corona-Krise, in der viele Menschen stark belastet sind, sind die Begriffe ,gemeinsam' und ,miteinander' wichtig, zwar nicht körperlich, aber in Verbundenheit", betont Oberhammer. "Wir unterstützen unsere Familien, Alleinstehende, Paare, jüngere und ältere Menschen so gut es geht, damit wir alle gestärkt aus dieser Zeit herauskommen, um dann wieder neu durchzustarten." Mit der Zusage der Bundesförderung besteht dafür jetzt Planungssicherheit für acht Jahre.

"Die Mehrgenerationenhäuser sollen dazu beitragen, gute Entwicklungschancen und faire Teilhabemöglichkeiten zu schaffen - für alle Menschen, die in Deutschland leben. Gleichwertige und bessere Lebensverhältnisse fangen im Konkreten mit der Begegnung von Menschen an. Die Mehrgenerationenhäuser sind großartige Orte dafür", fasste Bundesfamilienministerin Giffey zusammen.