Dabei war das Traditionsunternehmen weit über die Grenzen von Presseck bekannt: Zeitweise betrieb das Unternehmen eine Vielzahl von Filialen, unter anderem auch in Stadtsteinach und am Holzmarkt in Kulmbach. Nun scheint es allerdings auch für die vier noch bestehenden Niederlassungen in Presseck, Marktrodach, Lichtenfels und Burgkunstadt schlecht um die Zukunft bestellt.

Zum 1. August hat die Metzgerei Schütz GmbH durch ihre Geschäftsführerin Sieglinde Schütz, ihres Zeichens Junior-Chefin des Famlienunternehmens, und durch Geschäftsführerin Regina Berneth einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Bayreuth eingereicht.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Ulrich Pfeifer aus Bayreuth bestimmt. Der hält sich allerdings noch bedeckt: "Momentan wären alle Aussagen nur Spekulationen, weswegen wir vorerst die nächsten acht Wochen abwarten müssen.
Erst dann kann über eine konkrete Zahl der Gläubiger und die Zukunft des Betriebs gesprochen werden", erläuterte der Rechtsanwalt auf Anfrage der Bayerischen Rundschau.

Erst alle Fakten sammeln

Während der ersten beiden Monate, solange die vorläufige Insolvenz läuft, müssten zuerst einmal alle Fakten gesammelt werden, betonte Pfeifer.

Das Familienunternehmen Schütz wird seit Mitte der 1990er Jahre von Sieglinde Schütz geführt. Sie hatte es von ihrem Vater Andreas übernommen, der selbst seit 1948 den Betrieb seines Vaters Georg Schütz weitergeführt hatte.

In der Gemeinde wird die Nachricht von der Insolvenz mit Bestürzung aufgenommen. Der Pressecker Bürgermeister Siegfried Beyer (CSU) hatte vor wenigen Tagen von der Insolvenz erfahren und sich danach direkt mit dem Insolvenzverwalter in Verbindung gesetzt: "Ich habe ihm gesagt, dass wir die Filialen wieder besetzen wollen, denn die Gemeinde ist daran interessiert, dass die Niederlassungen auch nach den zwei Monaten weiter betrieben werden."

Bis Ende September wird in den vier verbliebenen Filialen weiter gearbeitet, erst dann sieht man, ob endgültig geschlossen werden muss. "Wir haben den Geschäftsbetrieb stabilisiert, so dass der Verkauf für die Kunden gewährleistet werden kann", so Insolvenzverwalter Pfeifer. Zu Gründen der Insolvenz wollte er sich vorerst nicht äußern.