"Der alte Deich hätte bei einem hundertjährigen Hochwasser - also einem Hochwasser, dass statistisch alle 100 Jahre ein mal auftritt - nicht ausgereicht", stellen Andrea Künzl, Abteilungsleiterin im Wasserwirtschaftsamt in Hof und zuständig für die Flutmulde, sowie ihr Kollege Günther Hugel über die Bauarbeiten fest.

Die Baustelle ist momentan vor allem durch die Spundwände auf der nördlichen, also der Blaich zugewandten Seite der Flutmulde, gekennzeichnet. Diese sind allerdings "nur temporär zur Bausicherung": wenn die Bauarbeiten entsprechend fortgeschritten sind, werden sie näher ans Wasser versetzt, um dann über den neu errichteten Deich einerseits hinaus zu ragen und ihn andererseits von innen heraus zu stabilisieren.


Neuer Bauabschnitt


Am Mittwoch nahm das Team dann einen neuen Bauabschnitt in Angriff. Unter der Pörbitscher Brücke sollte eine Rohrlegung erfolgen. Zu diesem Zweck wurden auf beiden Seiten der Brücke relativ großflächig Löcher in den Boden getrieben, von denen aus in den nächsten Tagen Betonrohre mit Hilfe einer Hydraulik unter der Brücke hindurch gepresst werden sollen.

Diese Rohre werden dann, wenn die Arbeiten beendet sind, hinter dem Deich und den Spundwänden liegen und sollen helfen, den Grundwasserspiegel sowie Zu- und Ablauf zu regulieren.

Auf die Bedenken der Spaziergänger und Radfahrer hinsichtlich der Zukunft des Weges antwortet Andrea Künzl, dass der Flusslauf kurz nach der Pörbitscher Brücke nach rechts verzweigt und vor der B85 wieder zusammengeführt werden soll. In der dadurch entstehenden Auenlandschaft soll ein Wander- und Fahrradweg entstehen.


Stromversorgung nicht gefährdet


Der Fluss werde dadurch noch weiter verbreitert, nachdem man bereits den nördlichen Damm entfernt und damit den Querschnitt mehr in die Breite getrieben hat. Dadurch hat das Wasser mehr Platz, bevor es in gefährliche Höhen ansteigt.

Einen bedeutenden optischen Einschnitt wird es außerdem noch geben: Der große Strommast vor dem Umspannwerk wird dem neuen Deich weichen müssen. Auf die Stromversorgung werde sich das aber nicht auswirken: "Es wird als Ersatz dafür ein Portal direkt im Werk geben", sagt Günther Hugel. Dieses werde dann die Funktion des Mastes übernehmen.

Provisorisch wird das Bayernwerk das Portal im Vorland des Umspannwerkes errichten. Der Strom wird trotz dieser Maßnahmen ungehindert fließen können.


Zweck
Die Bauarbeiten sollen für eine Verbesserung des Schutzes der anliegenden Wohngebiete auch vor starkem Hochwasser sorgen.

Arbeiten Im Februar 2014 haben die Bauarbeiten begonnen. Bis heute wurde der südliche Deich entfernt, um dem Gewässer einen breiteren Querschnitt zu geben und so vor eventuellen künftigen Überflutungen zu bewahren.Die Arbeiten werden voraussichtlich bis 2018 dauern.

Kosten Rund zwölf Millionen Euro soll der Ausbau der Flutmulde insgesamt kosten. Dank vieler Zuschüsse beläuft sich der Eigenanteil der Stadt Kulmbach nach bisherigen Planungen auf lediglich 365.000 Euro.

Deich Der alte Deich, der in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts vom Reichsarbeitsdienst angelegt wurde, wäre für ein hundertjähriges Hochwasser zu niedrig und zu instabil.