"An Steinen reich ist das Gebiet um Marktschorgast." Das sagt Professor Marcus Nowak, der mit 30 Studierenden der Geowissenschaften aus Tübingen bereits zum 15. Mal den Goldbergsee im Rahmen eines einwöchigen Geländepraktikums besucht hat.

"Das Gebiet um Marktschorgast bietet auf nur sieben Kilometer Länge sieben Gesteinsarten mit unterschiedlichster Entstehungsgeschichte", so der Professor, der Interessantes über die Urzeit zu berichten weiß.

Granat und grüner Omphazit

"Westlich von Marktschorgast, am Rand der Münchberger Gneismasse, finden sich marine Ablagerungen mit vulkanischen Tuffen. Weiter östlich trifft man auf Gesteine, die bei sehr hohen Drücken und Temperaturen gebildet wurden. Oberhalb vom Sportplatz findet sich in Marktschorgast sogar Eklogit.
Dieses Gestein, das aus rotem Granat und grünem Omphazit besteht, hat sich vor etwa 390 Millionen Jahren aus Basalt (bei 20 000 bar und mehr als 600 Grad Celsius) gebildet. Im Rahmen einer Kontinent-Kontinent-Kollision wurde dieses Gestein aus einer Erdtiefe von 60 Kilometern wieder in höhere Stockwerke der Erdkruste verfrachtet, so dass es heute zugänglich ist."

Spektakulär, so der Professor, seien auch Deformationsstrukturen von Gesteinen, die im Schorgasttal aufgeschlossen sind. Anhand der Schieferungs flächen und Faltenbildung von Grünschiefer und Gneis könnten Bewegungsrichtungen der Münchberger Gneismasse abgeleitet werden. Es werde vermutet, dass diese vor 330 Millionen Jahren aus einem Gebiet mehr als 60 Kilometer südöstlich von Markschorgast in die jetzige Position im Rahmen der Gebirgsbildung verfrachtet wurde. Der Hornblendebändergneis, der im Rahmen des Kontinentalen Tiefbohrprogramms in Windischeschenbach bis zu einer Tiefe von zehn Kilometern erbohrt wurde, sei identisch mit dem Gestein, das am Goldberg aufgeschlossen und auch als Lesesteine auf Äckern östlich von Marktschorgast zu finden ist.

Auch der Goldbergsee war eine Station der Studierenden. Gold wurde hier nie abgebaut. Doch die Fahrt mit dem Paddelboot am Ufer entlang war nicht nur ein Erlebnis, sondern auch von Erfolg geprägt. Zuerst hatte sich Steffen Kazmaier mit dem Geologenhammer eine Gesteinsprobe abgeschlagen.

Begeisternde Bootsfahrt

Lisa Heinz wollte es auch wissen. Kuragiert stieg sie ins Boot und ließ sich zu den Felsen manövrieren. "Die Fahrt war einmalig. So etwas habe ich in meinem zweijährigen Studium noch nicht erlebt", schwärmte sie.
Ihr Domizil hatten die 30 Studenten mit Professor Nowak auf dem Zeltplatz am Goldbergsee aufgeschlagen. Von hier aus machten sie sich nach dem Frühstück, ausgerüstet mit Geologenhammer und Rucksack, auf Exkursion. "Die Studierenden wurden auf einem Gebiet von etwa 35 Quadratkilometer in Dreiergruppen verteilt und bestimmten die Gesteine", sagte der Professor.

Die Geselligkeit kam natürlich auch nicht zu kurz. So hatten alle dankbar die Einladung von Bürgermeister Hans Tischhöfer zum Feuerwehrfest angenommen und vergnügten sich bei Bier und Bratwurst...