Vor 35 Jahren hieß es in der Bayerischen Rundschau: "Es war ein Vergnügen. Der Maestro und 15 Streicher stiegen aus dem magischen Abgrund am Grünen Hügel empor ans Ufer des Goldbergsees und gaben in ungewöhnlicher Szenerie ein ungewöhnliches Konzert, den ersten Serenadenabend."


Die Meister steigen herab


Initiator Peter Grau, Cellist im Gürzenich-Orchester in Köln, hatte den "Ring"-Dirigenten Pierre Boulez gebeten, die musikalische Leitung der Serenade am See zu übernehmen. Ewald Müller, Goldbergsee-Fan und Mitorganisator konnte zur Premiere unter den Ehrengästen Festspielleiter Wolfgang Wagner sowie die Oberbürgermeister aus Bayreuth und Kulmbach, Hans Walter Wild und Erich Stammberger begrüßen.


"Die Meister steigen herab vom Bayreuther Olymp und mischen sich unters Volk", sagte Müller, der auch Sprecher des Deutschen Städtetages war.


Kammermusik mit Diamantenschliff


Kammermusik mit "Diamantschliff" wurde den rund 1600 Besuchern geboten. Ewald Müller bedankte sich am 26. August 1980 "namens aller Freunde des Goldbergsees" ganz herzlich bei Wolfgang Wagner für sein "sehr freundliches Wohlwollen", mit dem er den Goldbergsee-Serenadenabend am 1. August 1980 letztlich erst ermöglichte.

Postwendend antwortete Gudrun Wagner: "Auch im Namen meines Mannes möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken für das mit Ihrer Initiative verbundene Konzert am Goldbergsee. Ich hoffe, dass dieses Konzert erst der Anfang von vielen weiteren sein wird und bin mit freundlichen Grüßen Ihre Gudrun Wagner."
Initiator Peter Grau meinte damals: "Dieser Abend hat Freude bereitet und Musikliebhabern, die nicht in den Genuss einer Festspielaufführung kommen, ein musikalisches Erlebnis vermittelt." Er äußerte sich zuversichtlich, "1981 in ähnlicher Form eine musikalische Überraschung bringen zu können".

In der Tat war der Reigen der Goldbergserenaden eröffnet. In den zwölf folgenden Konzerten wurden Tausenden von Besuchern immer wieder musikalische Höhepunkte mit folgenden Dirigenten beschert: Horst Stein (1981 und 1983), Daniel Barenboim (1982, 1987, 1990 und 1991), Peter Schneider (1984 und 1993), Giuseppe Sinopoli (1985), Michael Schönwandt (1988) und James Levine (1989).


Klassik im Volksfeststil


1996 feierten knapp 3000 Zuhörer Daniel Barenboim bei "Genießer-Klassik im Volksfeststil". Die 13. Auflage der Goldbergserenade stellte laut BR-Bericht einmal mehr unter Beweis, dass Mozart und Wagner nicht nur geeignet für hehre Festspiel-Tempel sind, sondern sich auch gut im Ambiente des Goldbergsees machen".

Was blieb, war die Vorfreude auf die 14. Goldberg-Serenade. Doch es sollte nicht bei der Hoffnung bleiben. Bürgermeister Bruno Preißinger klopfte 2003 noch einmal beim Festspielleiter Wolfgang Wagner an mit der Bitte, diese einzigartige Konzertreihe nicht sterben zu lassen. Doch die Antwort war ernüchternd.

"Es geht hier nicht um Herz und Emotionen, sondern ganz sachlich darum, dass in den Jahren, in denen die Goldbergsee-Serenaden stattfanden, darüber hinaus die Festspielaufführungen des jeweils folgenden Tages musikalisch qualitativ so abfielen, dass ich als Leiter der Bayreuther Festspiele keinesfalls verantworten kann, Konzerte dieser Art zu erlauben", heißt es in einem Schreiben Wagners an die Gemeinde vom 27. August 2003.
Im Foyer des Rathauses werden die Erinnerungen an einen oder anderen Sommernachtstraum bei den Serenaden am Goldberg wach. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten besucht werden.