Ein wenig nervös, aber durchaus selbstbewusst steht Lukas vor den Juroren - Lehrer, Hochschuldozenten und Vertreter der Wirtschaft - und präsentiert ihnen sein Projekt "Lernen am Futterhaus". Der Schüler aus Bayreuth hat das Lernverhalten der Vögel bei der Winterfütterung getestet und ihr Verhalten beobachtet. "Ziel meiner Forschung war es, herauszufinden, welche Vögel Meisenknödel bevorzugen, aber auch, wie sie auf Attrappen reagieren und wie schnell sie lernen, dass eine Holzkugel zwar aussieht wie die Futterkugel, aber keine ist."

140 Schüler präsentierten sich


Mit vielen verschiedenen Tricks hat der Junge die Vögel auf die Probe gestellt und alles sorgfältig dokumentiert. Die Jury war beeindruckt und vergab für dieses Projekt einen von insgesamt sieben ersten Preisen, die mit jeweils 75 Euro dotiert sind.
Dichtes Gedränge herrschte gestern in der Stadthalle, denn insgesamt präsentierten sich 140 Schüler mit 76 Arbeiten. Der Wettbewerb "Schüler experimentieren" ist Teil von "Jugend forscht" und richtet sich an Jungen und Mädchen bis 14 Jahre. Die 15- bis 21-Jährigen werden sich morgen in einer zweiten Runde beim Regionalentscheid von "Jugend forscht" in Kulmbach präsentieren.
"Oberfranken stellt bayernweit die meisten Teilnehmer des Wettbewerbs - so viele, dass wir den Regionalentscheid an zwei Tagen durchführen müssen", so Michael Stammberger, Ausbildungsleiter der Firma Brose aus Coburg, die gemeinsam mit der Firma Loewe aus Kronach und den Sparkassen die Patenschaft für den Regionalwettbewerb übernommen hat. Um die Organisation kümmerte sich der Verein Oberfranken Offensiv.
Stammberger freut sich über die Vielfalt und Qualität der eingereichten Arbeiten: "Die Leistungen und die Art der Präsentation sind großartig."
Wegen der geringen Beteiligung im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften vergab die Jury gestern zwei erste Preise im teilnehmerstärksten Fachbereich Biologie. Neben Lukas Kübrich bekamen Thomas Büttel und Samuel Fink aus Bamberg einen Preis. Auch sie hatten sich mit dem Fressverhalten von Vögeln beschäftigt und sie mit der Digitalkamera überwacht.

Ein Schuh warnt Hüft-Patienten


Im Fachbereich Arbeitswelt überzeugten Julius Cramer und Luis Potrykus aus Bamberg mit ihrer Idee, einen speziellen Schuh für Patienten nach einer Hüftoperation zu entwickeln. Dieser Schuh warnt den Patienten mit einem akustischen Signal, wenn eine zu starke Belastung des Gelenks droht.
Ein aufwendiges Fischertechnik-Modell und die dokumentierten Messungen dazu haben Sebastian Raschke den ersten Preis im Fachbereich Physik eingebracht. Der Bamberger untersuchte, bei welchem Neigungswinkel eine geöffnete Flasche am schnellsten leer wird. Die riesige Menge an Lebensmittelabfällen im Supermarkt trieb den Sieger im Fach Chemie um. Victor Birkner aus Kronach versuchte herauszufinden, wie viele dieser Abfälle zu Ethanol vergoren werden können.
Mit der Frage, ob sich das Flächenbestimmungsverfahren Pick auf dreidimensionale Objekte übertragen lässt, haben sich Viola Reinhardt und Marcel Braunreuther aus Neustadt bei Coburg den Sieg im Fachbereich Mathematik/Informatik geholt. Und schließlich glänzte Peter Neureither aus Forchheim mit einer brillanten Technik-Idee: Er hat eine ökologischen Gewächshausheizung entwickelt.

Öffentlich Beim Regionalentscheid von "Jugend forscht" werdenam Freitag Schüler der oberfränkischen Gymnasien und Realschulen in der Altersklasse 15 bis 21 Jahre ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen. Alle Interessierten sind willkommen, sich von 15 bis 17 Uhr die Arbeiten im Foyer der Stadthalle anzusehen. Danach findet die Preisverleihung im Saal statt.