Wenn dieser stattlich gebaute Mann in die Saiten greift und kräftig über fränkische Klöß' und Sauerbraten singt, mag man es gar nicht glauben, dass es ihn vor noch nicht allzu langer Zeit umgehauen hat: Erschöpfung, Depression, Burnout. Seit einem Jahr hat er sein seelisches Tief überwunden: Wolfgang Buck ist wieder voll da. Auch am Freitagabend, als er im Saal des Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseums seine neue CD "Genau underm Himml" vorstellt.

Der Bamberger Barde, der für die Musik seinen Beruf als evangelischer Pfarrer an den Nagel gehängt hat, hat seine Erkrankung nicht verheimlicht. "Damit Leute mit ähnlichen Problemen merken, dass sie nicht allein sind und dass man aus den meisten Formen der Depression wieder genesen kann." Aber im Konzert merkt das Publikum nichts mehr davon, was der fränkische Liedermacher durchgemacht hat. Der Mann lebt, Leidenschaft ist spürbar - er spult auf der Bühne nicht nur ein Programm runter.

Gespannt verfolgen die Zuhörer Bucks Lieder, hängen, so scheint es, förmlich an seinen Lippen. Ein zustimmendes Nicken, wenn er eine Ode anstimmt auf einen saftigen Schweinebraten und leckeres fränkisches Bier, wenn er vom fränkischen Paradies schwärmt, von den Biergärten und der derben Ausdrucksweise der Franken: "Heimat is do, wo da gewöhnt bist, dass du blöd ogewaaft wirst."

Leistungs- statt Anzugträger


Wolfgang Buck zeigt sich nicht nur als glühender Verehrer kulinarischer Köstlichkeiten, er zeigt sich kritisch, bissig und echauffiert sich über Worte, die in fälschlicher Weise verwendet werden. Zum Beispiel: Leistungsträger. Für ihn gehört eine alleinerziehende Mutter, die neben ihrer Arbeit noch zwei Kinder großzieht, zu den Leistungsträgern - und nicht die Anzugträger!

Und immer wieder Franken. Die wunderschöne Landschaft hat es dem Songschreiber angetan oder die fränkischen Besonderheiten. So fragt er sich, warum im Jahr 1835 die erste deutsche Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth gebaut wurde, "wo doch weder ein Fürther nach Nürnberg noch ein Nürnberger nach Fürth will". Für Wolfgang Buck steht fest: "Diese Eisenbahn hat keine Menschen transportiert!"

Zucchini statt Schweinebraten


Die Verständigung klappt zwischen Publikum und Sänger, beide sind auf einer Wellenlänge. So muss Wolfgang Buck mehrere Zugaben geben, bis die Zuhörer zufrieden sind, darunter auch sein legendäres "Zucchini". Der begeisterte Applaus beweist: Es geht manchmal auch ohne Schweinebraten!