Was wird da passiert sein? Das haben sich wohl viele gefragt, die in den Vormittagsstunden mit ihrem Auto auf der B85 an der Zufahrt zur Kulmbacher Nordumgehung unterwegs waren. Fünf Meter hinter der Leitplanke war eine Polizeiabsperrung zu sehen, Beamte hielten all die zurück, die den Rad- und Fußweg benutzen wollten, der von dort steil zur E.-C.-Baumann-Straße hinunterführt.


Leblos in einer Böschung

Einen Steinwurf entfernt waren - für alle Autofahrer nicht ersichtlich - die Spurensicherung und die Kripo im Einsatz: Im Böschungsbereich hinter dem Gelände der Firma Noris Color war am Morgen eine männliche Leiche mittleren Alters entdeckt worden. Eine Mitarbeiterin der Firma Noris hatte vom Fenster ihres Arbeitsplatzes aus den leblos in einer Böschung unterhalb des Radweges liegenden Mann bemerkt.

Das war gegen 8.30 Uhr. Der sofort alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Unbekannten feststellen. Die Kriminalpolizei Bayreuth übernahm die weiteren Ermittlungen. Während Beamte der Kulmbacher Polizeiinspektion den Bereich rund um den Fundort der Leiche weiträumig absperrten, sicherten Spezialisten der Kripo sorgfältig alle Spuren. Vertreter der Staatsanwaltschaft Bayreuth und eine Rechtsmedizinerin der Universität Erlangen waren ebenfalls vor Ort.

Zur Identität des Mannes konnte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Alexander Czech, am Nachmittag noch keine Angaben machen. Nach ersten Ermittlungen gebe es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Nähere Erkenntnisse über die Todesumstände sollte eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin in Erlangen bringen. Diese führte noch am Montagabend zu einem eindeutigen Ergebnis: Wie die Polizei in einer Pressemitteilung bestätigt hat, ist das 60-jährige Opfer aus Kulmbach erfroren. Die bei ihm festgestellten Verletzungen deuten daraufhin, dass er vor seinem Tod gestürzt ist. Hinweise auf Fremdverschulden liegen nicht vor. Die Polizei geht von einem Unglücksgeschehen aus. Zur zweifelsfreien Klärung der Identität bedarf es noch weiterer Untersuchungen.


Schüler finden Munitionshülse

Eine Munitionshülse, auf die am Vormittag Schüler der Fachschule für Lebensmitteltechnik in unmittelbarer Nähe zum Fundort stießen, hat nichts mit dem Leichenfund zu tun.

Die Hülse stammt aus einem Spezialgewehr, mit dem in der vergangenen Woche eine Kuh erschossen wurde, die aus dem Schlachthof geflüchtet war.


Mitarbeiterin unter Schock

Für die rund 30 Beschäftigten von Labor und Produktion der Firma Noris war der Montag ein aufregender Tag, an einen geregelten Arbeitsablauf nicht zu denken, so Geschäftsführer Lothar Zeitler. "Unsere Mitarbeiterin, die die Leiche gesehen hat, steht unter Schock."