Carolin Partenfelder beugt sich nach vorne und holt aus. Sie scheint auf irgendetwas einzuschlagen. Dann dreht sie sich um und prostet - ohne Glas - ihren Mitspielern zu. Die Auszubildende des Landratsamts versucht gerade, ihren Kollegen pantomimisch den Bierfestanstich vorzuspielen. Dies ist eine der Aufgaben des Spiels "Stadt - Land - Amt", das die Azubis des Landratsamts sich ausgedacht haben.

Die Idee, ein Spiel zu gestalten, sei den Lehrlingen Ende Mai gekommen, erzählt Brigitte Rüger-Braun, die für die Azubis im Landratsamt zuständig ist: "Bei wöchentlichen Treffen hat sich die Idee dann immer weiter entwickelt." Für das Projekt, das unter anderem für den Ausbildungspreis der Bayerischen Rundschau entwickelt wurde, durften die zwölf Azubis einmal in der Woche aus ihren Sachgebieten raus und sich im Projektteam kreativ verausgaben.


Fragen und Begriffe sammeln
"Dabei haben wir uns überlegt, dass jede Gemeinde mindestens einmal vorkommen soll", berichtet die Auszubildene Julia Opel. "Im August waren dann alle Fragen und die Begriffe für die verschiedenen Kategorien zusammen getragen", erinnert sich die Sprecherin der Auszubildenen, Carolin Partenfelder. Hilfe bekamen die Lehrlinge, vor allem beim Design, von den Landratsamt-Mitarbeitern Andreas Hunger und Cornelia Jarema.



Als es dann um die Finanzierung ging, war schnell klar, dass der Landkreis für die Kosten aufkommen wird, verrät der Geschäfts- und Ausbildungsleiter Rüdiger Köhler: "Natürlich mussten sie verschiedene Angebote einholen - das ist auch ausbildungsrelevant - aber es war klar, dass wir diese Idee gerne finanziell unterstützen."
Insgesamt wurde das Spiel 30 Mal hergestellt. Darunter war auch ein besonderes Spielbrett aus Holz.
Dieses wurde von der Schreiner-Innung eigens hergestellt und den Auszubildenen kostenlos für ihr Projekt zur Verfügung gestellt.

Der ursprüngliche Plan war es, den Kulmbacher Schulen Exemplare zu schenken, eines in die Stadtbücherei zu geben und den Rest bei der Ausbildungsmesse zu verlosen. Und dann verraten die Lehrlinge noch, dass es einen neuen Plan gibt: Eine Online-Spiel-Version soll entwickelt werden. Damit kann dann wirklich jeder sein Wissen über den Landkreis testen.Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, momentan muss jeder, der das Spiel einmal testen möchte, in der Stadtbücherei vorbei schauen.


So wird gespielt
Die Brettspiel-Version bietet vier Kategorien, in denen sich die Spieler in zwei Gruppen testen können. Die Begriffe haben dabei immer etwas mit dem Landkreis oder dem Landratsamt zu tun. In der Kategorie "Erklären" findet man zum Beispiel Begriffe wie Städtepartnerschaft, Wohngeld und Tourismus. Beim "Zeichnen" kann man sein Talent bei den Begriffen Frankenwald, Hundesteuer und Mülltonne unter Beweis stellen - und bei "Pantomime" sollte man den Bierfestanstich oder den Discobus erkennen.

Besonders schwierig ist die Frage-Kategorie, bei denen Fragen zu allen Gemeinden im Landkreis und ihren Sehenswürdigkeiten auftauchen. Wenn das Team allerdings diese Kategorien gut meistert, kommt es auf dem Spielbrett schnell nach vorne, vorbei an der Plassenburg bis hin zum Ziel.

Carolin Partenfelder zieht nach einer Testrunde ein abschließendes Fazit: "Wir finden, das Spiel ist gut gelungen und hoffen, dass es den Spielern so viel Spaß macht, wie uns."