Am kommenden Samstag, den 28. November, präsentiert die Laienspielgruppe Neuenmarkt um 19.30 Uhr im Gemeindesaal passend zum Eisenbahnerdorf die Komödie "Stress im Champus-Express". Die Theaterfreunde dürfen sich auf ein typisches Eisenbahnerstück freuen und Regisseur Konrad Sauerteig verrät zumindest so viel: "Es ist auf jeden Fall eine Komödie und es wird was zum Lachen geben. Wir haben wie in den letzten Jahren auch versucht, das Ganze etwas auf Tempo zu trimmen, dass keine langen Pausen und keine lange Weile entstehen. Der eine oder andere wird sich vielleicht an die eine oder andere Bahnfahrt erinnern. Es ist ein Langstreckenzug, deswegen ist der örtliche Bezug zu unserem Eisenbahnerort relativ gering. Wir haben lediglich einen Zwischenhalt im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg."

Der Autor der Komödie will die Besucher auf einen Überfall mitnehmen, der von Rudolf und Kati auf das Bordbistro im "Champus-Express" initiiert wird.
Es ist eine privatisierte Zuglinie mit gut situierten Fahrgästen, die auf der Fahrt mit exklusivem Champus-Angebot verwöhnt werden sollen. Die Umsetzung wirkt dabei auf das Räuberduo ebenso genial wie einfach: Das Bordbistro wird überfallen, die prall gefüllte Kasse einfach geräubert und der einzige Zwischenhalt, kurz vor dem Ziel, zum Verschwinden genutzt. Allerdings machen die Tücken einer Bahn-Privatisierung selbst vor Rudolf und Kati, dem Räuber-Duo nicht Halt.

Es kommt, wie es kommen muss: Der Überfall wird für das Räuber-Duo zum Spießrutenlauf, bei dem sich die Frage stellt, was für das Publikum lustiger ist: Das immer wieder neue Improvisationstheater des Räuberpärchens, das ständige Versteckspiel mit der Beute oder das zur Privatisierung "verdammte" Bahnpersonal.

Wieder dabei ist Christina Bär (28), die in dem Stück die Bistrowirtin spielt: "Ich hatte einmal vor drei Jahren ausgesetzt, weil die Proben doch sehr zeitaufwendig sind, aber mich hat dann unser Regisseur doch wieder überredet, einzuspringen. Es macht trotzdem immer wieder Spaß, weil es ja auch jedes Jahr immer etwas Neues ist und ich bin jetzt das neunte Mal dabei." Christina Bär zum Stück: "Wir hatten Ende September die Stückauswahl, wobei ein harter Kern von uns die Stücke liest. Es gibt dann Tendenzen, aber wir haben dann schnell gemerkt, welches Stück für uns das Richtige ist." Die nächsten Tage werden für die Darsteller noch stressig werden, damit alles klappt, denn in dem Champus-Express geht es drunter und drüber und auch ein heilloses Durcheinander muss erst gespielt werden.

Mit Melanie Fraas (23) ist in diesem Jahr eine Darstellerin dabei, die in letzter Zeit häufig im Fernsehen zu sehen war und zwar entweder als Komparsin oder mit einer kleinen Rolle im "Fall für Zwei", im "Taunus-Krimi" oder in der "Soko Leipzig". Die Rollen bekommt Melanie Fraas über Agenturen oder über Castings sichern: "Es macht Spaß und beruflich arbeite ich auch beim Film, aber hinter der Kamera. Ich habe jetzt angefangen, in der Aufnahmeleitung zu arbeiten." Ihre erste Aufgabe als Set-Runner war beim "Franken-Tatort" im Juli dieses Jahres.

Set-Runner werden in einer Filmproduktion diejenigen Mitarbeiter bezeichnet, welche für kleine oder große Aufgaben dem Drehteam flexibel zur Verfügung stehen. In ihrem Studium für Germanistik und Medienwissenschaft befindet sich Melanie Fraas in der Endphase. Sie schreibt derzeit ihre Bachelor-Arbeit und ein Ziel hat die ehrgeizige Neuenmarkterin schon vor Augen: "Ich möchte auf jeden Fall zum Film gehen, am liebsten würde ich gern im Casting-Bereich arbeiten. Also entweder eine eigene Komparsen-Agentur aufmachen oder eben die Besetzung von großen Kino-Filmen übernehmen." In der Komödie "Stress im Champus-Express" spielt Melanie Fraas eine Polizistin, die in den Zug kommt, um das ganze Chaos zu lichten.