"Traumbilder - Bildertraum" ist die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins im Mönchshof überschrieben. Doch bei der Vernissage wurde die Doppeldeutigkeit des Titels offenbar: Die phantastische Kunst von Alfred Kubin (1877-1959), Caspar Walter Rauh (1912-1983) und Stephan Klenner-Otto (geboren 1959) greifen eher Alptraumhaftes auf.
Eine Uhr, deren Zeiger zu jeder Stunde einen Kopf abschlägt. Ein verhüllter Mensch, der andere Kreaturen - scheinbar regungslos - in den schwarzen Abgrund kehrt. Oder überdimensionale grauenhafte Gestalten und Skelette, so interpretiert Alfred Kubin die Bedrohungen der Zeit. Caspar Walter Rauh, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag hätte feiern können, verarbeitet in seinen Bildern die Erfahrungen seiner Kriegseinsätze in Polen, in Frankreich, in Russland.
In den Werken des zeitgenössischen Künstlers Stephan Klenner-Otto trifft man immer wieder auf das Absurde. Von Verwesung gezeichnete Kreaturen und losgelöste Augäpfel sind Teil seiner Bildersprache.
"Ich hatte einfach mehr Glück als die beiden anderen Künstler", sagt Stephan Klenner-Otto. Er musste die Schrecken des Krieges nicht persönlich erleben. Doch auch er kennt die Depressivität, Verzweiflung und Abgründe - und diesen gibt er in seinen Bildern Gestalt. "Kunst schützt vor Wahnsinn", ist einer seiner Lieblingssprüche.
Die Bilder aus drei Generationen sind sehr unterschiedlich in den Stilrichtungen - und doch haben sie einiges gemeinsam.