Es ist der Wahnsinn: Die Kultband "Waldschrat" bleibt ein Besucher-Magnet. Schon um 19 Uhr, eine Stunde, bevor die ersten Rhythmen durch das Festzelt hämmern, ist kein Platz mehr frei. Draußen stehen die Fans an den Tischen, müssen ohne Sicht auf die Bühne zuhören.

Und drinnen geht die Party ab, die über 500 Leute singen mit, kennen die Klassiker auswendig. Das Bier fließt in Strömen, die Bedienungen kommen kaum nach. Je weiter die Zeit fortschreitet, desto ausgelassener wird es.
Die, die anheizen, das Publikum aufpeitschen, sind Harry Tröger (Schlagzeug und Gesang), Michael Sommermann (E-Bass und Kontrabass), Roland Schiefnetter (Gitarre), Christoph Lemberg (E-Bass) und Jan Jansen (Keyboard).

Sie verstehen es wieder großartig, bei ihrem jährlichen, exklusiven Auftritt bei der Brück-leiner Kerwa die Massen zu begeistern, oberfränkische Lebensart, in Country und Rock verpackt, rüber zu
bringen.

Harry Tröger weiß mit seiner wilden, kraftvollen Stimme die Lieder wie unumstößliche Botschaften hinauszutransportieren, schöne Gschichtla zu erzählen, über das, was es in dieser Form heute nicht mehr so gibt und nicht mehr geben wird. Die Storys vom "Blätterer", vom Durchsaufen die ganze Nacht, vom "Neispeia" und "Wie kumm ich vo Naala nach Steem". Von der Biermoß mit Namen Weltfrieden, von der "Bagaasch" und von der Luis`, die die besten Kließ kochte. Und von der Philosophie über die Arbeit: "Net so hetzn, du ner net su gää".

Zwischen all dem Tongewitter, das solistisch glänzt und jahrelanges Können an den Instrumenten widerspiegelt, auch mal leise, nachdenkliche Töne. Harry Tröger weiß genau,wie man den Nerv der Zuhörer trifft. "Des Heisla auf der Hintern Höh" und der BMW weg wegen eines Fehltritts, nichts übrig als der Katzerbenns.

Allein das Eintrittsgeld wert, Jan Jansen, der Zauberer am Keyboard, der die Tasten rekordverdächtig fingerschnell bewegt, alle Tonlagen virtuos beherrscht. Zusammen sind sie eine Wucht, die Band ist immer noch Klasse. Der Uhrzeiger neigt sich auf Viertelzwei zu, nur wenige gehen, hartnäckig gellen die Zugaberufe durch das Zelt.Und die Musiker kommen nochmals zurück, hauen in die Saiten, aufs Blech und ein letzter Refrain begleitet die Nacht.

Bis nächstes Jahr, Waldschrat, wir freuen uns auf ein Wiedersehen.