Als der Cellobogen über die Saiten streift und der erste Ton sanft erklingt, da sieht Wilhelm Plump plötzlich ganz entspannt aus. Er sitzt reglos im Rollstuhl, die Hand, vorher beim Sprechen verkrampft um das Taschentuch geklammert, liegt jetzt ruhig in seinem Schoß. Die Augen, die vorher beim Ansturm der Geburtstagsgäste hastig hin und her gewandert sind, blicken jetzt ganz ruhig in den Raum. Wilhelm Plump lächelt versunken, vielleicht ist es das schönste Geschenk zu seinem 100. Geburtstag.


Der erste Augenarzt in Kulmbach

Vielleicht ist es auch eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Auch der ist mittlerweile langsamer und leiser geworden: Die Tageszeitung zum Frühstück ist immer noch eine Pflichtlektüre, Münzen sammelt er noch heute. Früher, vor dem Schlaganfall und dem Alter, da ging er noch in die Steinbrüche zum Steine klopfen.