Zum Prozessauftakt fasste die Staatsanwaltschaft den Tathergang zusammen: Danach gerieten der Angeklagte und seine Verlobte in deren Wohnung in einen Streit. Hintergrund war offenbar, dass sich die Frau mit einem anderen Mann treffen wollte, was bei ihrem Verlobten Eifersucht hervorrief.

Der Angeklagte schubst die Frau ins Badezimmer, wo sie zu Boden stürzte. Dort würgte er sie und kündigte an, sie umzubringen. Zudem drückte er der Wehrlosen die Klinge eines kleinen Messers an die Halsseite, so dass sie Schnittverletzungen davontrug.

Obwohl die Frau den Angeklagten anflehte, von ihr abzulassen, drückte dieser stärker zu, so dass sie keine Luft mehr bekam und ihr schwarz vor Augen wurde. Zudem schlug er ihren Kopf gegen die Toilettenschüssel.

Nur aufgrund ihrer heftigen Gegenwehr - sie wehrte sich mit Händen und Füßen, riss dem Angreifeer Haare aus und rückte ihm die Finger in die Augen - konnte sie sich schließlich losreißen und in eine Nachbarwohnung fliehen.

Gegen 17.30 Uhr alarmierte die Nachbarin im Ortsteil Weiher die Polizeiinspektion, nachdem die Nachbarin bei ihr Hilfe gesucht hatte. Der damals 39-Jährige war zunächst in unbekannte Richtung geflüchtet. Während eine Streife den Sachverhalt vor Ort aufnahm, kam der Geflüchtete zur Polizeidienststelle in der Hans-Hacker-Straße und stellte sich. Die Beamten nahmen ihn auf der Wache vorläufig fest. Später wurde er in Untersuchungshaft genommen.

Nach ärztlicher Versorgung konnte die angegriffene Frau am Abend des Tattags seinerzeit das Krankenhaus wieder verlassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Weitere Verhandlungstage sind am Dienstag, Mittwoch und Freitag in dieser Woche.