"Ich brauche jeden Monat Medikamente im Wert von mehreren Tausend Euro. Aber die bekomme ich zahlungsfrei", erklärte die Angeklagte, die an einer Hirnhautentzündung leidet. Zusätzlich orderte sie aber Tabletten gegen Reisekrankheit sowie Nikotinersatzmittel.

Da sie kein eigenes Konto besitze, habe sie die Arzneimittel über das Konto ihrer Mutter bestellt, sagte die 41-Jährige. Dazu habe sie die Erlaubnis. Die Rente ihrer Mutter und auch ihre eigene Arbeitsunfähigkeitsrente gingen dort ein. Sie sei bei ihren Bestellungen davon ausgegangen, dass die ausstehenden Rechnungen von diesem Konto automatisch per Lastschrift eingezogen werden. Deshalb habe sie die ausstehenden Rechnungen nicht bezahlt.

"Ich bin viel im Krankenhaus und erhalte deshalb meine Post nicht", antwortete die 41-Jährige auf die Frage Richterin Sieglinde Tettmanns, warum sie weder die Rechnungen noch die darauffolgenden Mahnungen beachtet habe. "Hätte ich gewusst, dass noch Zahlungen ausstanden, hätte ich sie sofort bezahlt", beteuerte die 41-Jährige. Für ihre Leichtsinnigkeit wurde die 41-Jährige wegen Betrugs verurteilt und muss 400 Euro an die Opferhilfe Bayern zahlen.