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Kulmbach
Wirtschaft

Kulmbacher Unternehmen sind verhalten optimistisch

Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Kulmbach blicken zuversichtlicher in die Zukunft als die Betriebe in den übrigen oberfränkischen Landkreisen.
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Die Kulmbacher Wirtschaft blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft als noch zu Beginn der Pandemie.  Foto: Archiv/Gabriele Hänseler
Die Kulmbacher Wirtschaft blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft als noch zu Beginn der Pandemie. Foto: Archiv/Gabriele Hänseler

IHK-Vizepräsident Michael Möschel, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach ist, zeigt sich erfreut über den moderaten Optimismus in der Kulmbacher Wirtschaft, warnt jedoch vor vorschneller Euphorie. "Eine Konjunkturumfrage ist immer eine Momentaufnahme, die gerade in Krisenzeiten sehr zerbrechlich ist. Die Zeit für Entwarnungen ist noch nicht gekommen, wir müssen wachsam bleiben." Auch die Beschäftigtenentwicklung wird im Raum Kulmbach besser eingeschätzt.

Die Corona-Krise erschüttert die oberfränkischen Unternehmen. In der Mai-Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth ist der IHK-Konjunkturklimaindex, wie bereits berichtet, kräftig eingebrochen. Er verliert 35 Punkte und liegt nun nur noch bei 79 Zählern - ein Wert, der zuletzt in der Hochphase der Bankenkrise 2009 verzeichnet wurde. Schlecht bewertet werden im Kammerbezirk sowohl die aktuelle Situation als auch die Erwartungen an die Zukunft. Doch wie stellt sich die Situation in den oberfränkischen Teilregionen dar? "Der Konjunktureinbruch trifft alle Branchen und auch alle Teilregionen. Dennoch gibt es zum Teil interessante Unterschiede", erläutert IHK-Präsidentin Sonja Weigand.

Die Wirtschaft in Stadt und Landkreis Kulmbach kann sich etwas besser behaupten als der oberfränkische Schnitt. Der Konjunkturklimaindex sinkt auf 85 Punkte (Oberfranken 79). Die aktuelle Geschäftslage wird ähnlich schlecht bewertet wie im übrigen Bezirk. 45 Prozent (Oberfranken: 44 Prozent) der befragten Kulmbacher Unternehmen nennen sie schlecht, 25 Prozent gut (Oberfranken: 23 Prozent). Doch der Blick in die Zukunft ist deutlich optimistischer. 29 Prozent (Oberfranken: 40 Prozent) der Kulmbacher Unternehmen befürchten eine weitere Verschlechterung der eigenen Situation, 20 Prozent (Oberfranken: 19 Prozent) gehen von einer Verbesserung aus. Zurückhaltung üben die Unternehmen am Wirtschaftsstandort Kulmbach mit Blick auf anstehende Investitionen. 32 Prozent der Befragten wollen komplett auf Investitionen verzichten. Die Beschäftigtenentwicklung wird dagegen deutlich besser eingeschätzt als im Rest des Regierungsbezirks. So rechnen 26 Prozent der Unternehmen mit einer sinkenden, 63 Prozent mit einer gleichbleibenden und 11 Prozent mit einer steigenden Zahl an Beschäftigten.

Kein Grund zur Euphorie

IHK-Vizepräsident Michael Möschel freut sich, dass die Kulmbacher Wirtschaft wieder etwas optimistischer in die Zukunft blickt als noch zu Beginn der Pandemie: "Die schrittweisen Lockerungen in immer mehr Teilen der Wirtschaft schlagen hier sicherlich zu Buche." Grund zur Euphorie bestehe jedoch noch nicht.

"Zudem dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass einige Branchen durch die Corona-Pandemie in starke, zum Teil existenzbedrohende, Bedrängnis geraten sind", mahnt Möschel, der dabei besonders die Tourismus-, Veranstaltungs- und Reisebranche im Blick hat. Den zahlreichen kleinen und mittelständischen Busunternehmen der Region sei von heute auf morgen nicht nur der komplette Busreiseverkehr weggebrochen, sondern auch der Schulbusverkehr. Möschel fordert in diesem Zusammenhang die Bayerische Staatsregierung auf, sich mit dem Thema ÖPNV, insbesondere in der Fläche, nachhaltig zu beschäftigen.

Möschel begrüßt den Weg der schrittweisen Öffnung für immer mehr Branchen, fordert jedoch noch mehr. "Wir brauchen, in Abhängigkeit vom Infektionsverlauf, eine Rückkehr zu einer neuen Normalität. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Gesellschaft. Natürlich unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten."

Möschel lobt die Flexibilität und Innovationsfähigkeit, die die Unternehmen während der Krise bewiesen haben, weist jedoch darauf hin, dass nicht alle Instrumente zur Bewältigung der Krise als Dauerlösung geeignet seien. "Zahlreiche Rückmeldungen aus den Unternehmen zeigen mir, dass beispielsweise Home-Office nicht in allen Branchen dauerhaft mit dem normalen Geschäftsbetrieb vereinbar ist." red