Die Besucherzahl war in diesem Jahr um einiges größer, feierte man doch mit Salutschüssen und einem kleinen Umzug zur idyllischen Quelle ein Doppeljubiläum: Die Reservisten begingen ihr 50-jähriges Bestehen, und das Brunnenfest jährte sich zum zehnten Mal. "Die Soldatenkameradschaften sind nicht nur das Bindeglied zwischen den aktiven Soldaten und den ehemaligen Kameraden, sondern auch Anwälte des Friedens", sagte Oberbürgermeister Henry Schramm unter dem Beifall der 160 Gäste.

Abordnungen von Reservistenkameradschaften aus ganz Oberfranken, jede Menge Prominenz aus den Reihen der Kommunalpolitik, der Reservistenkameradschaften und des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge waren gekommen.


Ehrungen



Es war ein Nachmittag der Gesten, der Gesänge, des Gedenkens und der Geehrten. Am Zeitler-Brunnen gedachte man des Namensgebers, des Kulmbacher Magistratsrats Georg Wilhelm Zeitler (1837-1911), und der zahlreichen Verschönerungsaktionen, mit denen sich die Reservisten bleibende Verdienste um ihre Heimatstadt erworben haben. Sopranistin Tanja Schaller und die "Waldfreunde-Musikanten"musizierten.

Oberbürgermeister Henry Schramm heftete bei der Jubiläumsfeier im Vereinsheim ein von ihm gestiftetes Band an die Fahne, Bezirksgeschäftsführer Robert Fischer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigte die Patenschaft der Vereinigung für die Soldatengräber in Mangersreuth mit einer Ehrenplakette, und der ehemalige Militärpfarrer Wolfgang Gorki hielt einen bewegenden Gottesdienst. Letzterem wurde wegen seiner Verdienste um die Betreuung ehemaliger Soldaten, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, eine hohe Ehre zuteil: Harald Zeng, Oberstleutnant der Reserve aus Hamburg, überreichte ihm die bronzene Ehrennadel des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Geehrt wurden auch Mitglieder, die dem Verband seit Jahrzehnten die Treue halten: für 25 Jahre Dieter Heckel, Jörg Meyer, Kurt Stübinger und Achim Titus, für 30 Jahre Volkmar Schramm, für 35 Jahre Manfred Machulla und für 40 Jahre Herbert Eichner. Die Ehrungen nahm Klaus Dieter Nitzsche, stellvertretender Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, vor.


Rückblick auf bewegte Geschichte



Nicht fehlen durfte ein Rückblick auf fünfzig bewegte Jahre, den Vorsitzender Gerhard Ködel hielt. Er erinnerte an einen Schicksalsschlag, der fast das Ende der Reservistenkamaradschaft besiegelt hätte, die heute 66 Mitglieder zählt: "Am 16. Juli 1984 stürzte der Saal unseres Vereinslokals "Zu den drei Sternen" einen Tag vor unserer Versammlung ein. Nachdem wir ohne Heimat von Wirtschaft zu Wirtschaft gewechselt waren, fanden wir 1990 in der "Hölle" eine neue Heimat."

Die Reservistenkameradschaft Kulmbach-Plassenburg hatte ihr 50-jähriges Bestehen mit insgesamt vier Veranstaltungen gefeiert: Mit einem Informations- und Diskussionsabend über Reservisten, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, hatte am 17. März der Reigen der Jubiläumsveranstaltungen begonnen. Es folgte am 1. Mai die Enthüllung eines Gedenksteins im Buchwald hinter der Plassenburg, der die Patenschaft zum Buchwald-Pavillon besiegelte. Am 19. Mai wurde der Kreiswettkampf für die Reservisten der Kreise Hochfranken und Oberfranken Nord ausgerichtet. Mit dem Doppeljubiläum am Samstag endeten die Jubiläumsfeierlichkeiten.