Seit 2005 vergibt der Förderverband der städtischen Musikschule den Ruckdeschel-Preis an begabte junge Musizierende. Auch in diesem Jahr hatten vier Talente Grund zur Freude.

Bei einer Feierstunde im Rathaussaal durften gestern Sophia Meile, Christoph Braun, Vinzenz Ständner und Julia Stoll den begehrten Preis entgegennehmen. Sie erhalten damit ein Jahr kostenfreien Unterricht an der Musikschule sowie eine Zuwendung für Instrumentenzubehör, Seminare und ähnliches.


Auswahl fällt schwer


"Es liegt meinem Mann und mir sehr am Herzen, junge musikalische Talente zu fördern", sagte Margit Ruckdeschel bei der Preisverleihung. Die Aufgabe mache ihr große Freude, auch wenn die Auswahl bei so vielen jungen Leuten, die so gut spielten, immer wieder schwer falle.

In diesem Jahr durfte sich die elfjährige Sophia Meile freuen, die seit 2011 Klavierunterricht bei Renate von Hörsten nimmt. Eine halbe Stunde übt sie täglich, wenn sie sich nicht gerade auf ein Vorspiel vorbereitet, und sie hat viel Spaß am Musizieren.


Julia spielt gleich zwei Instrumente


Eine weitere Preisträgerin, ebenfalls am Klavier, ist die 16-jährige Julia Stoll. Ihr Klavierlehrer Thomas Schimmel wusste so einiges über sie zu berichten: "2005 startete Julia mit der musikalischen Früherziehung an der Musikschule, 2010 lernte sie Querflöte und fünf Jahre später entdeckte sie das Klavier für sich." Innerhalb nur eines Jahres habe sie sehr gute Erfolge erzielt, "und ich bin stolz darauf, dass sie nach noch nicht einmal ganz zwei Jahren hier steht und ausgezeichnet wird".

Julia selbst ist über ihre Mutter zur Musik gekommen, auch beruflich will sie eventuell einmal etwas mit Musik machen. "Da kann es nicht schaden, zwei Instrumente zu spielen", sagte die Schülerin.


Dem Bruder nachgeeifert


Christoph Braun (17) bekam als Kind mit, wie sein Bruder Posaune spielte - da wollte er auch ein Instrument lernen, aber ein anderes musste es sein. Seine Wahl fiel auf die Trompete, und sein Lehrer Harald Streit lobte ihn bei der Preisverleihung: "Christoph ist richtig zuverlässig, und das ist eine wichtige Komponente. Er spielt in mehreren Ensembles und bereitet sich gerade auf das goldene Abzeichen vor."

Mit einem Sonderpreis bedachte die diesjährige Jury Vinzenz Ständner (15), der bereits vor ein paar Jahren einmal Ruckdeschel-Preisträger war. "Eigentlich sollte kein Schüler zweimal antreten, aber bei Vinzenz haben wir eine Ausnahme gemacht", erklärte Musikschuldirektor Harald Streit.


Sonderpreis für Eigenkomposition


Er habe nämlich eine Eigenkomposition vorgetragen, die die Jury derart beeindruckte, dass man ihn mit einem Sonderpreis bedachte. Das Gitarrespielen hatte Vinzenz übrigens in den Anfangsjahren bei seinem Vater gelernt, ehe er vor vier Jahren an die Musikschule wechselte.

"Unser Rathaussaal ist immer wieder Rahmen für schöne Veranstaltungen", resümierte Oberbürgermeister Henry Schramm. Er würdigte die "unglaublich talentierten und engagierten jungen Leute", die mit Fleiß und Disziplin schon viel erreicht hätten. "Musik kann trösten, motivieren, manchen hilft sie beim Lernen, oder sie ist einfach pure Leidenschaft."

Anja Gimpel-Henning, die Vorsitzende des Förderverbands der Musikschule, fasste es in einem Zitat zusammen: "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und nicht verschwiegen werden darf."