Bei Glen Dimplex Deutschland in Kulmbach wird am Freitag gestreikt. Die IG Metall ruft die 800 Beschäftigten des weltweit führenden Herstellers von elektrischen Heizungen, Hausgeräten und Kühltechnik zum einstündigen Warnstreik auf. Dazu befragten wir den Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Michel.

infranken.de: Welche Ziele hat die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde der deutschen Metall- und Elek troindustrie?
Wolfgang Michel: Es handelt sich zum einen um eine Gehaltstarifrunde. Wir fordern 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Aufgrund der Inflation und der höheren Lebenshaltungskosten müssen die Beschäftigten einen Ausgleich bekommen. Das Leben ist so teuer geworden, dass wir mit drei Prozent nicht zufrieden sein können. Da braucht man sich nur die Spritpreise anschauen. Es hat schon drei Sondierungsgespräche gegeben, wir haben aber von den Arbeitgebern nur ein Angebot bekommen, das wir als Provokation empfunden haben. Drei Prozent mehr Entgelt für 14 Monate - und sonst nichts.

Warum Provokation?
Weil es uns nicht nur ums Geld geht, sondern wir fordern auch mehr Mitbestimmungsrechte bei der Leiharbeit und eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden, die bisher nur ein Jahr im Betrieb behalten werden müssen.

Was haben Sie gegen Leiharbeit?
Das ist bei uns auch nicht das große Thema, denn wir konnten als Betriebsrat eigentlich fast immer verhindern, dass - von Einzelfällen abgesehen - Leiharbeiter eingestellt wurden. Deutschlandweit allerdings ist Leiharbeit ein Riesenthema: Wir sprechen von einer Form der modernen Sklaverei. Dass es so was gibt, hat die Bundesregierung verbrochen. Leiharbeiter müssen genauso arbeiten wie Facharbeiter, sie werden aber mit einem 60-Prozent-Lohn abgespeist. Außerdem haben sie keinerlei Sicherheit - wenn sie nicht mehr gebraucht werden, sind sie von heute auf morgen weg. Wie soll jemand eine Familie gründen oder ein Haus bauen, wenn er keinerlei Planungssicherheit hat? Ordentlich bezahlte Arbeitskräfte sorgen für Binnennachfrage und Wachstum der Wirtschaft. Die Regierung muss hier dringend eine Korrektur vornehmen.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Freitagsausgabe der Bayerischen Rundschau.