In Rottendorf bei Würzburg fand zum vierten Mal die Karate-Europameisterschaft statt. Das All-Style-Karate-Team Kulmbach ging bei insgesamt 300 Teilnehmern mit 13 Startern ins Rennen. Anna Mpeletisiotis (10 Jahre) startete in der Kategorie "Kinder bis 11 Jahre" in realistischer Selbstverteidigung. In dieser Disziplin, bei der zwölf Kulmbacher antraten, musste man sich gegen drei Angriffstechniken verteidigen, die frei gewählt werden: etwa die Abwehr eines Würgeangriffs oder eines Angriffs mit einer Waffe. Die Verteidigung muss realitätsbezogen und effektiv sein. Die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt bleiben. Wenn man etwa einen Stockangreifer entwaffnet, darf dieser nicht mit den Stock attackiert werden. Der Verteidiger sollte möglichst technisch perfekt agieren, wobei die Wirkung der Selbstverteidigung von übergeordneter Bedeutung ist.
Anna ließ ihre Konkurrenz weit hinter sich und holte Platz 1.

Kampfrichter waren parteiisch

Der 13-jährige Johannes Braun kämpfte sich auf den ersten Platz in der Kategorie der bis 15-Jährigen. Selina Gack (15) startete mangels Konkurrenz in ihrer Klasse in der Kategorie "Farbgurt weiblich 18 bis 44 Jahre". Sie kämpfte gegen erfahrenere Konkurrentinnen und wurde Dritte, war aber, so auch die Meinung vieler Zuschauer, besser als die Erst- und Zweitplatzierte. Coach Oliver Gack legte ein Veto ein. Man kam mit dem Veranstalter überein, dass Kampfrichter parteiisch waren. Diese wurden ausgewechselt, jedoch wurde die Rangfolge nicht mehr geändert. Mian Sun kam auf den guten vierten Platz.
Elias Rutschke startete in der Jugend "Farbgurt männlich bis 18 Jahre" und setzte sich durch. Nicolas Wiedicke wurde Vierter. Bei den Farbgurten der männlichen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren erreichte Thorsten Pöhn Platz 2. Christoph Dörfler wurde Vierter.

Gegen Schwarzgurtträger

Die Kategorie "Farbgurte männliche Erwachsene zwischen 35 und 44 Jahren" dominierten Toni Nikolic (1.) und Werner Tröger. Wobei Nikolic (2.). Der 64-jährige Werner Krauß startete in der Kategorie "ab 55 Jahren mix". Hier hatte er Karl Ulshöfer (70), einen Schwarzgurtträger aus München, als Gegner. Bei der Punktevergabe hatte Krauß die Nase vorn und holte als fünftes Teammitglied einen 1. Platz.

9,9 Punkte für Oliver Gack

In der Schwarzgurt-Klasse setzte sich Shihan Oliver Gack durch. Wie immer bekam er die volle Punktezahl von 9,9. Somit hat er den EM-Titel souverän verteidigt. Nach dem Kampf stellte er fest: "Das war meine letzte Europameisterschaft. Jetzt werde ich überwiegend als Coach dabei sein. Nur eine WM möchte ich noch mitmachen." Gack hofft, dass endlich ein Sponsor gefunden wird: "Wir haben uns jetzt schon zum viertem Mal für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Leider fehlen uns die finanziellen Mittel, um bei einer WM mitzumachen."
Joachim Geyer sollte in der Kategorie "Kickboxen Semikontakt bis 85 kg" starten. Leider gab es keine Gegner. Geyer musste so in der "85 plus"-Gruppe ran und kam ins Finale.

10 Kilo schwerer

Hier hatte er einen Gegner, der einen Kopf größer und 10 kg schwerer war und ihn auf Platz 2 verwies. Mit sechs ersten und vier zweiten Plätzen, einem dritten Rang und zwei vierten Plätzen kehrte das Team nach Kulmbach zurück.