Sinnvolles fürs Leben lernen, viel Spaß haben und das Ehrenamt stärken - das sind die wohlschmeckenden Zutaten eines Cocktails, den die Feuerwehr Stadtsteinach am Wochenende mixte. Schmecken ließen sich dieses Angebot 33 Mädchen und Jungen aus dem gesamten Landkreis, die während einer 24-Stunden-Aktion an das Lösch- und Rettungswesen herangeführt wurden.

Positiver Nebeneffekt: Dieser Berufsfeuerwehrtag ist im siebten Jahr seines Bestehens zum Erfolgsmodell avanciert. Etliche andere Wehren sind dem Vorbild aus der ehemaligen Kreisstadt gefolgt und haben vergleichbare Angebote in ihr Programm aufgenommen.


Lernen, Spaß und Action
"Wir sind sehr zufrieden", sagt denn auch Kommandant Alexander Reinsch mit Blick auf die Besucherzahlen. 33 Mädchen und Jungen - so viele Interessenten gab es noch nie zuvor.

Sie brannten alle darauf zu sehen, wie eine Feuerwehr funktioniert: Die Werbung der Stadtsteinacher Mannschaft hatte ihr Interesse geweckt, aber auch im Ferienpass des Landkreises war die Aktion angeboten worden.

Interessant war für die Mädchen und Jungs im Alter ab zwölf Jahren besonders die Mischung aus Lernen, Spaß und Action: Sie durften nicht nur den Aktiven einen ganzen Tag lang über die Schulter schauen, sondern auch selbst mit anpacken. So hatten Kommandant Alexander Reinsch, sein Stellvertreter André Dütsch, Vorsitzender Hans-Jürgen Hempfling und Jugendleiterin Carmen Reuther ein Programm aufgestellt, das es in sich hatte. So wurde ein Brand bekämpft, den es in jedem Haushalt geben kann: Das Fett einer Fritteuse hatte sich entzündet und musste gelöscht werden.


Hoher Praxiswert
Dass es bei der Feuerwehr nicht nur um Brandeinsätze

geht, zeigte eine andere Übung: In Triebenreuth durften die jungen Interessenten sehen, wie man sich bei einem Verkehrsunfall verhält: Eine Person war unter einen landwirtschaftlichen Anhänger geraten und musste geborgen werden. Ein ander Mal galt es, einen Vermissten zu suchen. Oder einen Fahrzeugbrand zu löschen. Einen anderen Löscheinsatz absolvierten die jungen Feuerwehr-Aspiranten bei der Stadtsteinacher Kläranlage, bei Vogtendorf beseitigten sie Unwetter-Schäden auf einer Gemeindeverbindungsstraße.

Ganz gleich, was die kleinen Helfer auch unternahmen - der Praxiswert war extrem hoch. Der Spaß auch. Denn für die Kids war es allein schon ein Erlebnis, mit den großen roten Einsatzfahrzeugen ausrücken zu dürfen. Oder eingekleidet zu werden wie ein echter Feuerwehrmann.

Bei all dem kam die Geselligkeit - Zement jeder Feuerwehr - nicht zu kurz.

Die Kinder fühlten sich schon fast erwachsen, weil sie eine Nacht ohne ihre Eltern verbringen durften. Im Gerätehaus hatten die Aktiven für sie Quartier gemacht.

Die Aktion gefiel allen. Und vielleicht konnte der eine oder andere junge Teilnehmer für den aktiven Dienst gewonnen werden. Diese Form der Nachwuchswerbung ist nicht nur gelungen, sie stärkt auch das Ehrenamt und sorgt für den dringend benötigten Nachwuchs in den Mannschaften, der in Stadtsteinach nicht zuletzt wegen solch sinnvoller Werbemaßnahmen wie dem Berufsfeuerwehrtag noch vorhanden ist.

Diese 24-Stunden-Aktion ist mittlerweile zum Renner geworden. Mannschaften aus anderen Orten sind dem Vorbild gefolgt und haben gleichartige Aktionen aus der Taufe genommen. Ein Erfolg für die Stadtsteinacher Aktiven, die damit einen neuen Trend begründet haben.