Ein Geschwisterpaar war am Freitag wegen Leergutdiebstahls vor dem Amtsgericht Kulmbach angeklagt. Die 31 Jahre alte Frau und ihr 21-jähriger Bruder, die beide eine lange Drogenkarriere hinter sich haben und mit dem Geld ihren Heroinkonsum finanziert hatten, legten ein umfassendes Geständnis ab.

Sie waren zwischen November 2011 und Januar 2012 auf das Gelände von Getränkemärkten in Kulmbach und der Kulmbacher Brauerei vorgedrungen und hatten Leergut gestohlen, einmal zehn Bierkästen, ein andermal acht Mineralwasserkästen. "Wir haben's immer abends gemacht und die Kästen gleich abgegeben", räumte die Angeklagte ein. Fette Beute hatten sie allerdings nicht gemacht. Der Schaden betrug insgesamt gerade 300 Euro.

Das Gericht verurteilte die dreimal vorbestrafte Frau zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss sie sich einer stationären Drogentherapie unterziehen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Dagegen führte für den mehrmals einschlägig vorbestraften Bruder, der erst im März zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, kein Weg am Knast vorbei. Das Gericht erkannte auf eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, zwei Monate weniger als vom Staatsanwalt gefordert. "Er hat trotz einer laufenden Bewährung munter weitergemacht", sagte Richterin.

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