Alle zwei Jahre feiern Unesco-Schulen einen internationalen Projekttag. Viel zu wenig, meint der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella. "Deswegen haben wir uns als Unesco-Schule dazu entschieden, diese Lücke mit einem internen Projekttag zu füllen."

14 Gruppen machten sich Gedanken und erarbeiteten unterschiedliche Themenbereiche, die sie bei einem "Gallery-Walks" präsentierten.

Schulleiter begrüßt Demos

"Die Ziele der Unesco sind das Wertesystem unserer Schule, und das wollen wir hier zeigen", ergänzte der Schulleiter. Die Unesco-Arbeit gehe einher mit Umweltschutz, deswegen hätten sich die Schüler im vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. "Wenn Demos dazu führen, dass im Handeln und in der Wahrnehmung ein Umdenken stattfindet, begrüße ich das sehr", sagte Battistella.

"Stopp die Plastikflut" hieß es etwa an einer Station, die für Mehrweg-Verpackungen oder einen verpackungsfreien Konsum warb. Eine andere befasste sich mit den bevorstehenden Wahlen zum EU-Parlament. Die 17-jährige Laura darf zum ersten Mal an die Urne gehen, weil sie kurz vor den Wahlen 18 wird. "Ich finde es schwer, weil ich mich erst seit kurzem mit Politik befasse", sagte die Schülerin, wählen gehen will sie aber auf alle Fälle. "Ich muss mich eben informieren." Die Umwelt sei ihr wichtig.

Ihr Mitschüler Kim (18) gehört ebenfalls zu den Erstwählern. Für ihn ist der umstrittene Artikel 13 kein Grund, nicht zur Wahl zu gehen, "man kann ja die Parteien wählen, die entsprechend meiner Meinung abgestimmt haben". Das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen, halten die Schüler für unnötig. "Ich beschäftige mich jetzt erst langsam damit, und ich glaube, das gilt für viele Jugendliche", sagten die Schüler.

Fast schon poetisch

Zwei Klassen mit Migranten erarbeiteten eine interessante Pinnwand, auf der sie unter dem Motto "Was erfährst du aus den Geschichten unserer Omas über unsere Kulturen?" kurze Erinnerungen und Fotos präsentierten. "Es sind ganz wertvolle und fast schon poetische Beiträge dabei", sagte die betreuende Lehrerin Katrin Fischer-Sandhop.

Eine weitere Projektgruppe beschäftigte sich mit dem Schulbiotop, die nächsten boten eine gesunde Müslibar an, wieder andere bauten mit den Kindergartenkindern Insektenhotels für den Kindergarten. Ein zentrales Thema stellte der faire Handel dar, will das Schulzentrum doch Fair-Trade-Schule werden.

Nur fair gehandelte, biologische und regionale Produkte

Eine der Säulen wird im kommenden Schuljahr das Projekt "Café Wilsdorf" sein. "Wir haben vor einem Jahr günstig einen Wohnwagenanhänger erstanden", erklärte Achim Stosch, Beratungslehrer und Fair-Trade-Beauftragter. Dieser Wagen wurde entkernt, renoviert und lackiert. Mit dem Ziel, der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, wird darin ein von Schülern betriebenes Café entstehen, das ausschließlich Mehrweggeschirr sowie fair gehandelte, biologische und regionale Produkte verwendet. "Das Café wird auch vier bis fünf Schülern des Wirtschaftszweigs pro Jahr die Möglichkeit eines Praktikums bieten", ergänzte er.

Das Team "Fair Trade" findet das Projekt großartig. "Den Erzeugern wird durch faire Bezahlung ein besseres Leben ermöglicht, und für uns bedeutet das ein Qualitätsversprechen", sagte Joshua Sobotta, 17 Jahre alt. Er versucht diesen Gedanken auch in seinem Privatleben umzusetzen. "Wenn ich ein Fair-Trade-Produkt sehe, das mir zusagt, zum Beispiel Schokolade, überrede ich meinen Vater, dass er es kauft." Seiner Meinung nach sollten alle faire Produkte kaufen, und auch sein Mitschüler Sören Fiedler will den fairen Gedanken mit auf seinen weiteren Lebensweg nehmen.

Schüler ausgezeichnet

Das Berufliche Schulzentrum hatte am Freitag aber nicht nur informative Stationen vorzuweisen, sondern nutzte zudem die Gelegenheit, einige Schüler auszuzeichnen. Christof Pöhlmann wurde Sieger in einem europäischen Grafik-Wettbewerb, Paul Schaefer, Sophie Kreil und Anastasia Rosenauer erhielten den Europass. Sie hatten an einem Austauschprogramm mit Frankreich teilgenommen und Praktika in Schulen und Kindergärten absolviert. "Nebenbei haben wir unser Französisch auch noch verbessert", erzählte Paul Schaefer.