Die Erweiterung der Mikrofonds ist dabei nicht nur lokaler, sondern auch inhaltlicher Art zu verstehen. Ab sofort beschränkt sich die Unterstützung nicht wie bisher auf das Thema Flüchtlingshilfe, sondern kann zur allgemeinen Förderung des bürgerschaftlichen Engagements beantragt werden. Die eingehenden Anträge machen deutlich: Auch in Kulmbach erfährt diese Art der Unterstützung großen Zuspruch, wie aus einer Pressemitteilung der Adalbert-Raps-Stiftung hervorgeht.

Auch wenn soziales Engagement oftmals im Rahmen eines Ehrenamts organisiert wird, ist es doch mit Kosten verbunden. Dabei sind es besonders lokale Initiativen und Kleinprojekte, denen es an finanziellen Mitteln fehlt. Das Konzept der Mikrofonds der Adalbert-Raps-Stiftung, in dessen Mittelpunkt ein unbürokratischer Fördermittelabruf und eine damit verbundene schnelle finanzielle Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements steht, ist denkbar einfach und setzt genau an diesem Punkt an: Die Fonds sind jeweils mit 5000 Euro gefüllt und werden Stadt und/oder Landkreis zur Förderung von Kleinprojekten im Sinne der Unterstützung des sozialen Engagements zur Stärkung der sozialen Teilhabe zur Verfügung gestellt.

Sowohl Organisationen als auch Privatpersonen ist es so im Rahmen der Förderrichtlinien möglich, zweckgebundene Mittel in Höhe von bis zu 125 Euro pro Projektantrag anzufordern. Hierfür gilt es lediglich einen Kurzantrag auszufüllen und zum abschließenden Abruf der Projektmittel alle im Rahmen des Projekts angefallenen Ausgabenbelege beim jeweiligen Fonds-Verwalter vorzulegen.

Über die vergangenen drei Jahre konnte sich das Konzept des Mikrofonds in den Städten Kulmbach, Bayreuth und Bamberg etablieren, seit kurzem profitieren auch ehrenamtlich Aktive in Coburg und Kronach davon. Dabei wurde das Konzept nicht nur lokal, sondern aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen auch inhaltlich erweitert. "Anders als bisher, waren die Fördermittel der Mikrofonds in Kronach und Coburg von Beginn an nicht auf den Bereich der Geflüchtetenhilfe beschränkt, sondern können im Rahmen der allgemeinen Förderung des bürgerschaftlichen Engagements beantragt werden", erklärt Stiftungsreferentin Tina Beeg. "Das bürgerschaftliche Engagement richtet sich dabei an Zielgruppen, die einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben oder denen der Zugang zu relevanten Ressourcen zur sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe verwehrt ist. Darunter fallen beispielsweise Kinder, Senioren, kranke Menschen oder Menschen mit Behinderung", so Tina Beeg weiter. "Seit Mitte August gilt diese Erweiterung auch für den Mikrofonds in Kulmbach, mit den zuständigen Stellen in Bayreuth und Bamberg sind wir im Gespräch."

Neben den ehrenamtlich Aktiven und den Bedürftigen selbst, begrüßen vor allem der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sowie Fondsverwalterin Heike Söllner, zuständig für die Ehrenamtsförderung am Landratsamt, diese Entwicklung. "Der Mikrofonds hilft finanzielle Hürden zu überwinden und bietet sowohl den aktiven Helfern, als auch denen, die letztendlich in ganz unterschiedlicher Art und Weise von den Fördermitteln profitieren, eine Perspektive. Das, was bereits im Bereich der Flüchtlingshilfe durch die Unterstützung des Mikrofonds an Begegnung, Austausch, Verständnis und Freundschaft zwischen den Menschen entstanden ist, ist von unermesslichem Wert", so Klaus Peter Söllner.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren konnten auf diese Weise über 66 Projekte - darunter Coachings, Sprachförderungs- und Integrationsprojekte, Kunstaktionen, etc. - gefördert werden. Laut Heike Söllner ist eine Ausweitung des bisherigen "Mikrofonds ehrenamtliche Geflüchtetenarbeit" auf alle Engagementbereiche nur logisch und sinnvoll: "Der Mikrofonds kann so dazu beitragen, die Vielfalt des Ehrenamtes im Landkreis Kulmbach noch sichtbarer zu machen. Vielleicht animiert so manches gefördertes Kleinprojekt auch dazu, andernorts Ähnliches anzustoßen oder sich selbst zu engagieren. Gerade das Ehrenamt im sozialen Bereich führt Menschen zusammen und fördert den so wichtigen Generationendialog. Und nicht zu vergessen: Das gute Gefühl, andere glücklich zu machen, macht auch selbst glücklich."

Eine Projektidee, die gleich zu Beginn von der Neuausrichtung der Förderkriterien profitiert, ist ein Vorhaben des Kulmbacher Stammtisches der Alzheimergesellschaft Bayreuth-Kulmbach e.V. . "Do woar ich fei scho amol!" heißt die Aktion, zu der am Mittwoch, 30. September, um 14.30 Uhr in Kulmbach eingeladen wird. Der Kulmbacher Stammtisch der Alzheimer-Gesellschaft Bayreuth-Kulmbach e.V hatte mit dem Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt Kulmbach Kontakt aufgenommen, um Unterstützungsmöglichkeiten abzuklären, wie die Arbeit der Selbsthilfegruppe hier vor Ort noch bekannter gemacht werden kann. "In diesem Zusammenhang erfuhren wir von dem neuen Mikrofonds, der von der Adalbert-Raps-Stiftung aufgelegt wurde und hatten dazu gleich eine Projektidee", erinnert sich die Leiterin der Alzheimer-Gesellschaft, Susanne Hain.

"Im Rahmen des Projekts organisieren wir eine seniorengerechte Stadtführung in Kulmbach für Demenzkranke und ihre Angehörigen, die mit dem Verzehr einer gemeinsamen Kugel Eis am Marktplatz endet", so Susanne Hain, Leiterin des Stammtischs der Alzheimer Gesellschaft Bayreuth-Kulmbach e.V. "Die Aktion weckt bei Demenzerkrankten Erinnerungen an bekannte Orte in Kulmbach. Die Angehörigen erfahren eine Stärkung, können sich vernetzen und lernen voneinander im Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Demenz ist nicht nur ein gesundheitliches Problem, sondern auch eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung, der wir mit diesem kleinen Projekt vor Ort begegnen und Bewusstsein schaffen möchten. Wir sind sehr froh, bei der Umsetzung auf finanzielle Unterstützung durch den Mikrofonds der Adalbert-Raps-Stiftung zurückgreifen zu können."

Anmelden kann man sich telefonisch unter 09221/97868. Stadtführer ist Hermann Müller. Nach der etwa einstündigen Führung gibt es einen gemeinsamen Abschluss bei einer Kugel Eis am Marktplatz. Aus dem Mikrofonds werden die die Kosten für die Stadtführung und ein Eis für alle Teilnehmer finanziert.

"Ich finde, der Mikrofonds ist eine Bereicherung für uns ehrenamtlich Engagierte im Landkreis. Viele kleine Organisationen oder Selbsthilfegruppen (wie in unserem Fall) haben oft nicht die finanziellen Möglichkeiten, um schöne und sinnvolle kleine Projektideen auch tatsächlich umzusetzen. Gerade für Projekte, die die soziale Teilhabe fördern ist das Geld sehr wertvoll eingesetzt und es ist schön, dass die Adalbert-Raps-Stiftung diese Arbeit gezielt unterstützt", sagt Susanne Hain.

Heike Söllner erklärt dazu: "Gerade im sozialen Bereich engagieren sich sehr viele Menschen ehrenamtlich. Sie alle prägen ein menschliches Gesicht unserer Gesellschaft und stellen mit ihrem sinnstiftenden Engagement unter Beweis, dass sie nicht nur an sich selbst, sondern auch an Mitmenschen denken. Hier gibt es in jeder noch so kleinen Gemeinde unseres Landkreises eine Vielzahl guter Beispiele, von denen wichtige Impulse für ein gutes Miteinander ausgehen. Ganz allgemein ist Bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auch eine Form der sozialen Teilhabe."

Und weiter erklärt Heike Söllner: "Eine Ausweitung des bisherigen ,Mikrofonds ehrenamtliche Geflüchtetenarbeit' auf alle Engagementbereiche ist nur logisch und sinnvoll. Damit können künftig Freiwillige, die sich ja in vielfältigster Weise bei uns vor Ort für soziale Teilhabe einsetzen, in ihrer Arbeit mit den unterschiedlichsten Zielgruppen schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Ich bin für diese Erweiterung sehr dankbar, denn gerade im Kleinen wird doch sehr viel bewegt - aber manchmal scheitert es eben doch an einer gewissen finanziellen Ausstattung. Der Mikrofonds Bürgerschaftliches Engagement schließt diese Lücke jetzt umfassend.

Wir haben mit dem Mikrofonds ein sehr niederschwelliges Förderinstrument, um für unterschiedlichste Projektideen zur Stärkung sozialer Teilhabe eine Unterstützung zu gewährleisten.

Ich denke, dass der Mikrofonds dazu beitragen kann, die Vielfalt des Ehrenamtes bei uns im Landkreis Kulmbach noch sichtbarer zu machen. Vielleicht animiert so manches gefördertes Kleinprojekt auch dazu, andernorts ähnliches anzustoßen oder sich selbst zu engagieren. Gerade das Ehrenamt im sozialen Bereich führt ja Menschen zusammen und fördert den so wichtigen Generationendialog. Und nicht zu vergessen: Das gute Gefühl andere glücklich zu machen, macht auch selbst glücklich."

Die Adalbert-Raps-Stiftung

Seit 40 Jahren reicht die Adalbert-Raps-Stiftung mit Sitz in Kulmbach Menschen aus ganz Oberfranken die Hand, die Unterstützung benötigen - sei es im Bereich der Senioren- oder Jugendarbeit oder in anderen sozialen Bedarfslagen. Drüber hinaus steht die Stiftung, die 1978 von dem Apotheker Adalbert Raps gegründet wurde, auch in der Lebensmittelforschung als Förderpartner an der Seite zahlreicher Wissenschaftler und Institute.

In den Förderbereich "zu Ehren des Stifters" fallen unter anderem der Abiturientenpreis der Adalbert-Raps-Schule sowie die Stipendien für die Weiterbildung zum Gewürz-Sommelier. Neben dem Engagement in einzelnen Projekten und Kooperationen setzt die Stiftung Akzente, indem sie Programme und Initiativen für Oberfranken ins Leben ruft, die für drängende Zukunftsthemen den passenden wissenschaftlichen und sozialen Rahmen geben. Hierzu zählen beispielsweise das Ernährungsbildungsprogramm "Kulinarix" in oberfränkischen Kindertagesstätten und der Wettbewerb "Helden der Heimat" für soziales Engagement in Oberfranken.

Zentrales Anliegen der Stiftung ist es, in all ihren Tätigkeiten in einer Art und Weise zu unterstützen, die gezielt, effektiv und messbar nachhaltig ist.