Bei der Außerdienststellung des Minenjagdbootes lobte der Fregattenkapitän in höchsten Tönen die intensive Verbindung der Kulmbacher mit den Besatzungen des Patenbootes. Aus dieser seien enge Freundschaften entstanden. Für beide Seiten waren die Patenschaftsbesuche eine angenehme Abwechslung und jeweils Höhepunkte im Lauf des Jahres. Bemerkenswert war diese Verbindung insbesondere auch deswegen, da Kiel und Kulmbach mehr als 700 Kilometer auseinander liegen. Trotz dieser großen Entfernung handelte es sich um eine ungemein gelebte Partnerschaft. "Dafür möchte ich mich herzlich bedanken," meinte Marc Gieseler. Lobend erwähnte er zudem das soziale Engagement der Besatzungen des Bootes, die jeweils Spenden für das Kulmbacher Rehbergheim sammelten.
Der letzte Kommandant der "Kulmbach", Kapitänleutnant Ralf Knickrehm, überreichte an Oliver Lange und Gerhard Kolasinski zur Erinnerung die Schiffsglocke, das Namensschild "Kulmbach", das Geschwaderwappen, die Patenschaftsurkunde und das Bordbuch.
"Der Strukturwandel kostete zwei Boote das Leben - und ausgerechnet zwei, auf denen ich Kommandant war," bedauerte Fregattenkapitän Frank Schmidt (neben der "Kulmbach" wurde auch die "Laboe" außer Dienst gestellt). Schmidt, der das Boot von 1995 bis 1998 als Kaleu unter seiner Regie hatte, weiß zwar nicht, was mit den beiden Schiffen passiert, könnte sich aber vorstellen, dass sie unter einer anderen Flagge wieder zur See fahren, schließlich seien beide noch ganz gut in Schuss. "Ich wünsche, dass sie wieder ein Zuhause finden," meinte er.
Frank Schmidt hofft auch, dass die Stadt Kulmbach wieder ein Patenboot bekommt, nicht zuletzt auf Grund der exzellenten Beziehung, die es immer zwischen den Bootsbesatzungen und der Patenstadt gab. Er hält es durchaus für möglich, dass vielleicht eines Tages eine neue Corvette den Namen "Kulmbach" erhält.
"Ich habe bei der Außerdienststellung fast ein bisschen geheult. Das ist mir schon sehr nahe gegangen," gab Marco Tost zu. Der Oberbootsmann war der einzige von der letzten Besatzung, der auch noch der Mannschaft, die mit der "Kulmbach" auch tatsächlich zur See fuhr, angehörte. Seit 2007 tat er auf dem Schiff Dienst. "Mit der Marinekameradschaft hatten wir eine super Verbindung. Wir sind in Kulmbach immer mit offenen Armen empfangen worden und haben uns dort wunderbar aufgehoben gefühlt." Sowohl das Verhältnis zur Stadt als auch zur Marinekameradschaft bezeichnete er als außergewöhnlich. Trotz der langen Entfernung will er, falls es ihm seine Zeit erlaubt, mal wieder nach Kulmbach kommen.
"Ich bedauere sehr, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Außerdienststellung teilnehmen konnte," war der Vorsitzende der Marinekameradschaft Kulmbach, Klaus Baudisch, untröstlich. Er erinnerte sich an die Taufe des damaligen schnellen Minensuchbootes der Klasse 343 durch Annemarie Stammberger am 20. Juni 1989. Nach einem Umbau wurde die "Kulmbach" als Minenjagdboot der Klasse 333 am 3. Mai 1990 wieder in Dienst gestellt.
Die Marinekameradschaft Kulmbach bedauert die Außerdienststellung ungemein. Der Dank des Vorsitzenden gilt dem Marienstützpunkt Kiel für den engen Kontakt, den die Kulmbacher sowohl mit den Marineangehörigen als auch mit der Besatzung hatten und auch weiterhin haben werden. "Wir wünschen und hoffen, dass die Besatzung unseres ehemaligen Patenbootes die Patenstadt Kulmbach in bester Erinnerung behält."