Der um 1480 in Kulmbach geborene Maler Hans Süß - auch als Hans von Kulmbach bekannt - erhielt am 10. Oktober 2001 als besondere Würdigung eine Bronzestatue auf dem Marktplatz.

Die Idee dazu hatte der Rotary-Club Kulmbach, der auch die Finanzierung übernahm. Dessen Präsident Dietmar Kohlrusch erklärte bei der feierlichen Übergabe, dass es Ziel des Serviceclubs gewesen sei, dem Künstler rund 525 Jahre nach seiner Geburt ein Denkmal zu setzen. Die Kosten in Höhe von 80 000 D-Mark für die Bronzestatue seien aus Mitglieder-Spenden aufgebracht worden.

Spendable Rotarier

Claus Simmich, Vorsitzender des Rotary-Hilfswerks Kulmbach, würdigte in seiner Ansprache den herausragenden Künstler Hans von Kulmbach, der in seiner Zeit neben Albrecht Dürer der bedeutendste Maler war und der den Namen seiner Vaterstadt in die Welt brachte. "Vor uns steht die lebensgroße Figur des Hans von Kulmbach als eine fränkisch kraftvolle, selbstbewusste Persönlichkeit."

Simmich dankte dem Pfreimder Bildhauer Engelbert Süß, der nur zufällig eine Namensgleichheit mit dem Künstler hat, und der Gießerei Gugg aus Straubing für ihre Arbeit. Um zu zeigen, dass Künstler "arm wie eine Kirchenmaus" sein können, versteckt sich am Denkmal eine lebensgroße Maus. Schon entdeckt?

"Perle des Marktplatzes"

Oberbürgermeisterin Inge Aures nannte das Denkmal eine "Perle des Marktplatzes". Sie bedankte sich bei den Rotariern für das großzügige Geschenk an die Stadt und ihre Bürger. Neben zahlreichen Bürgern nahm auch Altoberbürgermeister Erich Stammberger an der Feier teil.

Wer war nun dieser Künstler? Weder sein Geburtsdatum noch sein genauer Name sind bekannt. Nach den gefundenen Urkunden müsste er um 1480 geboren worden sein. Bezüglich des Namens wird er als Hans Süß oder Hans Wagner bezeichnet, wobei hier sein Vater als gelernter Wagner etwas zum Namen beigefügt haben könnte. Bereits mit 15 Jahren verließ Hans seine Vaterstadt, um in Nürnberg in die Lehre zu gehen. Weit verbreitet wird angenommen, dass er diese beim Meister Michael Wohlgemut absolvierte. Sicher ist, dass er sich nach seiner Lehrzeit bei anderen Meistern wie dem Venezianer Jacopo d'Barbari und dem berühmten Albrecht Dürer weiterbildete.

Eigene Werkstatt gegründet

Damit war Hans von Kulmbach den meisten seiner deutschen Kollegen und Konkurrenten des beginnenden 16. Jahrhunderts voraus. 1511 wurde er selbst Meister, erhielt das Nürnberger Bürgerrecht und gründete eine eigene Werkstatt. Er bewegte sich mit den Bildhauern Veit Stoß und Peter Vischer in der höchsten Liga der damaligen Kunstschaffenden in Nürnberg. Verbindungen nach Kulmbach sind in dieser Zeit durch zwei Erbfälle, die ihm zugutekamen, dokumentiert.

Bekannt wurde er für seine Holzschnitte und Entwürfe von Glasgemälden, ferner als Altarmaler und Porträtist. Beispiele seines Schaffens sind der Dreikönigsaltar in Berlin-Dahlem, die Markgrafenfenster in St. Sebald in Nürnberg oder in der Kirche Unsere Liebe Frau in Ingolstadt. Von ihm stammt das Porträt des Markgrafen Kasimir von Brandenburg.

Farbintensiv und kontrastreich

Noch heute sind seine Gemälde die farbintensivsten und kontrastreichsten der deutschen Renaissance. Sie haben eine enorme Vielfalt und teils eine Wucht, die den Betrachter in den Bann zieht. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass Hans von Kulmbach mit Lukas Cranach dem Älteren in Verbindung gestanden habe. Stilvergleiche und vor allem die teils sehr ähnlichen Bildkompositionen und Landschaftsdarstellungen deuten darauf hin.

In den großen Museen der Welt wie etwa den Uffizien in Florenz, dem Metropolitan-Museum in New York, dem Louvre in Paris oder dem Museum der Schönen Künste in Rio de Janeiro sind noch etwa 200 Werke erhalten. Aber auch in der Heimat, in zahlreichen Kirchen Bayerns, in der Alten Pinakothek in München und nicht zuletzt in den Museen auf der Plassenburg, sind Werke zu finden. Sein Sterbejahr 1522 in Nürnberg gilt als sicher.