Bayernweit sind an 365 Tagen im Jahr 6300 Rettungsdienstmitarbeiter an 350 Standorten rund 1,9 Millionen Mal für Menschen im Einsatz, die Hilfe benötigen. Im Landkreis Kulmbach summieren sich die Einsätze immerhin auf 13 000 bis 15 000 pro Jahr.

"Die bisherige Rettungswache in Kulmbach stieß an die Grenzen der Belastbarkeit, es musste unbedingt eine Entscheidung her", sagte Landrat Klaus Peter Söllner bei der offiziellen Übergabe der neuen Rettungswache am Klinikum.


Bauzeit eingehalten


Im Mai 2016 war der knapp 880 Quadratmeter große Neubau beschlossen worden, im Herbst 2017 war Baubeginn. "Die Bauzeit war auf zehn Monate geplant, und diesen Zeitrahmen konnten die beteiligten Firmen auch einhalten."

Oberbürgermeister Henry Schramm zollte den Arbeitern Respekt, die bei anhaltend hohen Außentemperaturen tätig gewesen seien.

Zwei Millionen Euro sind in den Neubau der Rettungswache geflossen, für den Zweckverband Klinikum und den BRK- Kreisverband eine gute Investition, noch dazu, da ein Großteil der beteiligten Unternehmen aus dem Kulmbacher Land stammte. "Was wir uns sozial leisten, muss schließlich auch erarbeitet werden", so der OB. Das Klinikum mit Brigitte Angermann an der Spitze sei ein verlässlicher Partner, die Menschen würden darauf vertrauen, "dass ihnen geholfen wird, wenn sie anrufen".


"Ihr seid da, wenn man euch braucht"


Die Nähe zum Klinikum schaffe Vertrauen und Sicherheit, und Sicherheit sei ein Stück Lebensqualität. "Und da muss ich euch Mitarbeitern im Rettungsdienst sagen: Ihr seid da, wenn man euch braucht, und ihr leistet einen professionellen Dienst, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann."

Viele Ehrengäste waren gekommen, darunter auch Thomas Stadler von der BRK-Landesgeschäftsstelle in München. Er freute sich über das Zeichen, das der Zweckverband mit der Investition gesetzt habe.


Beste Arbeitsbedingungen


"Gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, ist von großem Wert", sagte er. Wenn man etwa von belastenden Einsätzen zurückkomme, brauche man einen Ort, um seine Eindrücke verarbeiten zu können. Zur Reduzierung der Belastung für die Rettungskräfte könnte aber auch die Bevölkerung beitragen. "Ich bitte jeden, den Rettungsdienst nur dann zu rufen, wenn man die Hilfe wirklich braucht", sagte er unter Verweis auf die Tatsache, dass 60 bis 70 Prozent der Einsätze quasi in Vertretung eines Hausarztes erfolgen würden. "Das kann auf Dauer nicht gut gehen."

Mit der Planung der neuen Rettungswache war das Architekturbüro H 2 M aus Kulmbach betraut, Architekt Johannes Müller und Professor Stephan Häublein überreichten symbolisch einen großen Schlüssel aus Holz. "Es war ein reibungsloses Miteinander, ein Arbeiten der kurzen Wege", lobte Müller.

Die beiden Dekane Hans Roppelt und Thomas Kretschmar stellten die Rettungswache unter Gottes Segen. "Bei aller menschlicher Hilfe muss die Hilfe Gottes dabei sein."

Musikalisch umrahmten Thomas Schimmel und Oliver Pörner die Einweihungsfeier mit jazzigen Rhythmen.