Mit dem Discofox als Eröffnungstanz sorgte die Band "Mayas Music" für Stimmung im Saal und eine stets frequentierte Tanzfläche.

Im weiteren Verlauf des Ballabends beeindruckte die Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Barbic mit zwei Tanzeinlagen.

Junge Männer in eleganten Anzügen, junge Frauen in hübschen Kleidern und wohl allesamt glücklich, diesen Abschnitt in ihrem Leben erfolgreich gemeistert zu haben.

"Froh ohne Ziel" lautete beispielsweise das humorige Motto der FOS-Absolventinnen Selena Kosater, Gina Michalke, Samuel Kopp und Laura Kowalski. "Wir suchen uns noch selbst und haben noch keinen konkreten Plan, wie es weitergeht", sagte Selena. Sie alle haben den sozialen Zweig besucht und wollen auf jeden Fall etwas Abwechslungsreiches machen und nichts im Büro.

Ganz konkrete Vorstellungen hingegen haben Jacqueline Kummer und Karolin Moller, beide aus dem Landkreis Kulmbach - die eine hat eine Ausbildungsstelle als Kauffrau im Groß- und Einzelhandel, die andere will operationstechnische Assistentin werden. Ein Highlight ihrer FOS-Zeit war für sie neben der Studienfahrt nach Wien das FOS-Projekt in der 11. Klasse. "Da haben wir mit Behinderten im Computerraum der Schule gearbeitet und ihnen Verschiedenes beigebracht", sagten die beiden jungen Frauen.

Heimlicher Star des Abends war die Performance-Preisträgerin der Raps-Stiftung, eine Auszeichnung, die für die besondere Entwicklung eines Schülers verliehen wird. Rasha Abbas heißt die Absolventin, die ihr Fachabitur mit der Note 1,9 bestand. Im Jemen geboren, ging sie mit neun Jahren zunächst für drei Jahre mit ihrer Familie in die Ukraine, 2012 kam sie nach Deutschland. "Im Jemen fingen damals schon die Unruhen an, in der Ukraine dann der Bürgerkrieg", erzählte Rasha Abbas. "Keine Mutter hält das aus, wenn ihre Kinder in Gefahr sind." In Kulmbach angekommen, besuchte sie zunächst die Mittelschule in Neuenmarkt, wechselte an die Wirtschaftsschule und besuchte schließlich den Wirtschaftszweig an der FOS.

"Meine Welt sind die Zahlen", sagte sie mit leuchtenden Augen, deswegen will sie noch die 13. Klasse absolvieren und dann an der Uni Bayreuth Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzen studieren. "Ich habe immer viel gelernt, um etwas zu erreichen", sagte sie. Wenn man in die deutsche Gesellschaft komme, stelle sich automatisch der Reflex ein, besser werden zu müssen. "Und für meine Zukunft brauche ich eine gute Bildung."

Auch viele der anderen Absolventen haben bereits konkrete Vorstellungen, wie es weiter gehen soll. Halil Nacak, Absolvent der FOS13, beginnt eine Ausbildung bei der Polizei, Jelisa Günther studiert Wirtschaftsrecht in Hof, und Schülersprecherin Lisa Weith will etwas mit Chemie studieren. Doch bevor es für alle weiter geht, durften die ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch einmal richtig feiern.