Familienvater bezahlt Sex mit Kaufladengeld seiner Kinder: Weil er die sexuellen Dienstleistungen einer Bekannten mit Falschgeld bezahlt hatte, ist ein 35-jähriger Arbeiter aus dem Landkreis Hof vom Kulmbacher Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 4000 Euro (100 Tagessätze zu jeweils 40 Euro) verurteilt worden.

Der verheiratete Mann hatte die Blüten im Internet bestellt, angeblich waren sie für den Kaufladen seiner Kinder gedacht. Trotzdem nahm er die Scheine zu einem Treffen mit einer Bekannten in den Videokabinen des Erotikmarktes in Himmelkron mit. Dort hatte er sich mit der 23-jährigen Frau aus Kulmbach zum Sex verabredet.

Sextreffen in Himmelkron: Frau soll Schulden mit Schäferstündchen begleichen

Für die an chronischer Geldnot leidende junge Frau scheint es offensichtlich das Normalste der Welt gewesen zu sein, so an Geld zu kommen. Als der Angeklagte der Frau nach dem Schäferstündchen im schummrigen Licht der Videokabinen das Geld überreichte, hatte sie noch gar nichts bemerkt. Erst bei Tageslicht und im Beisein ihrer Freundin fühlten sich die Scheine nicht mehr wie echtes Geld, sondern wie Blüten an. Daraufhin fuhr sie wutentbrannt zur Wohnung des Mannes und machte mächtig Rabatz, sodass sogar die Ehefrau des Angeklagten Wind von der Sache bekam.

Trotzdem sei sie weggeschickt worden, sodass ihr nächster Weg zur Polizei führte. Vor Gericht sprach der Angeklagte von einer ganz dummen Geschichte. "Ich habe die Sache sofort bereut", sagte er. "Es war eine total dämliche Aktion."

Schon vorher hatte er der Frau einmal finanziell unter die Arme gegriffen und ihr 300 Euro gegeben - allerdings ohne Gegenleistung. Diesmal aber wollte er schon eine Gegenleistung für die 200 Euro haben und so sei man auf die verhängnisvolle Idee gekommen, die Schulden mit gewissen sexuellen Dienstleistungen abzuarbeiten. Ob denn die Ehefrau sauer gewesen sei, als sie von der Sache erfahren hatte, wollte Richterin Sieglinde Tettmann wissen: "Naja, begeistert war sie nicht gerade", räumte der Angeklagte ein. Mittlerweile sei aber alles wieder im Lot. Er habe auch sofort mit der Polizei kooperiert und das restliche Spielgeld herausgerückt.

Familienvater bezahlt Sex mit Blüten: "Sehen aus wie echtes Geld"

"Die Scheine sehen wirklich aus wie echtes Geld", bestätigte der ermittelnde Beamte der Kriminalpolizei in Bayreuth. Doch spätestens bei Tageslicht müsste auch der Laie bemerken, das mit den Scheinen etwas nicht stimme.

Wegen des Inverkehrbringens von Falschgeld und wegen Betrugs forderte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu jeweils 50 Euro (6000 Euro). Wenn Richterin Sieglinde Tettmann dann doch deutlich darunter blieb, dann vor allem deshalb, weil der Angeklagte die Tat in vollem Umfang gestanden und von Anfang an alles zugegeben hatte. Negativ ins Gewicht fielen mehrere Vorstrafen wegen Betruges, die allerdings schon rund zehn Jahre zurücklagen.