Die Gesichter der Offiziere sind ernst. Die Mätzchen zur Erheiterung, die einige Männer vor den geschmückten Weihnachtbäumen versuchen, wirken aufgesetzt. Andere versuchen ihre Verbände, Schienen und Bandagen vor dem Fotografen zu verstecken. Die Plassenburg ist im Ersten Weltkrieg eines der größten Gefangenenlager Bayerns. Schon drei Wochen nach Kriegsausbruch werden 339 russische Kurgäste jüdischen Glaubens aus Bad Kissingen für einige Wochen in der Burg arretiert. Im Oktober 1914 rücken 300 russische Offiziere, die in Ostpreußen nach der Schacht von Tannenberg gefangen genommen worden sind, in die Unterkünfte ein. Trotz der großzügigen Verpflegung und ihrer Bedienung durch "Mannschaften" (ihren mitgeführten Burschen), unternehmen die Offiziere immer wieder halsbrecherische Fluchtversuche.