In der vom Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion, Ingo Lehmann, und seinen Stellvertretern Simon Moritz und Hans Werther unterzeichneten Schreiben heißt es wörtlich: "Die SPD-Stadtratsfraktion begrüßt das große öffentlichen Interesse und die umfangreiche Berichterstattung zur Neugestaltung der Mälzerei Müller. Der Erhalt von geschichtsträchtigen Gebäuden ist der Kulmbacher SPD ein großes Anliegen.

Als Minderheit im Kulmbacher Stadtrat haben wir stets versucht, Akzente zu setzen und unsere Vorstellungen für ein lebenswertes Kulmbach zu präsentieren. Leider scheiterten unsere Vorschläge regelmäßig an der Mehrheit aus CSU, WGK und FDP.

Erst vor gut einem Jahr wurden unsere Bemühungen, den Aufbau eines viereckigen Geschosses mit Flachdach in der Oberen Stadt zu vermeiden, durch eine Stadtratsmehrheit gestoppt. Die Einführung einer Altstadtsatzung, die künftig mehr Mitspracherecht für den Stadtrat bedeutet hätte, ist von CSU, WGK und FDP einmütig abgelehnt worden. Daher ist zu befürchten, dass weitere Bausünden im Bereich des besonders sensiblen historischen Stadtkerns entstehen.

Durch die Erstellung eines Leerstandskatasters, wie von uns 2011 gefordert, wären ungenutzte Areale unserer Stadt mehr in den Fokus gerückt, ein stadtplanerisches Handeln mit mehr Sinn für Ästhetik und Baukultur möglich gewesen.

Jetzt freuen wir uns sehr über den Sinneswandel unseres FDP-Stadtratskollegen und hoffen, in ihm einen Mitstreiter für unsere Anliegen zum Schutz der Kulmbacher Altstadt und der maßvollen und zielgerichteten Entwicklung unserer liebenswerten Stadt gefunden zu haben.

Der aktuelle Fall der Mälzerei Müller hat uns gezeigt, dass wir als Fraktion zukünftig neue Bauvorhaben von Anfang an verstärkt hinterfragen müssen. Allerdings stehen wir auch zu unserer Entscheidung für dieses Neubauvorhaben, bei dem eine über Jahrzehnte bestehende Brache neu genutzt werden kann. Als optimale Lösung sehen wir es nicht."